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Oscar‘s Café - Anekdoten
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Hobitt
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Pfefferminze
Sag mir wo die Kinder bleiben
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Wer hat Dich Du schöner Wald
Wintergedanken
Winterrose
Träumerei
Bitte die Anekdote anklicken, um sich den Text vorlesen zu lassen !
vom 06. Maii 2014  Erst jetzt fiel es mir auf, als ich mit meinem Pudelfreund „Fritz“ über den Park-und  Rightplatz an der Straßenbahn-Endstelle dem nahen Frankfurter Wald zu strebte.  Was mir einfiel, wollen Sie wissen? Es war die zunehmende Zahl an Autos mit  Mainzer Nummern. Als ich so nachdachte, was die Mainzer alle in unserer nahe  Umgebung führte, kam nach einigen Minuten so etwas wie Erleuchtung. „Fritz“, habe ich gesagt, „jetzt weiß ich warum die zahlreichen Mainzer Autos hier  stehen.“ Mir war der Sieg der Frankfurter Eintracht vor ein paar Wochen eingefallen  und jetzt nahm ich an, dass die frustrierten Mainzer das Weite und in Frankfurt und  Umgebung Asyl suchen.  Da der Sieg in der Fastnachtsstadt der Eintracht nicht viel im Abstiegskampf  geholfen hat, bleibt nur die Hoffnung auf Besserung in den letzten Spielen der  Saison. Zu „Fritz“ meinte ich, jetzt müssen die Fußballgötter der Eintracht helfen,  sonst würde die Region fußballerisch mehr oder weniger mehr veröden. Was  glauben Sie, was der „Fritz“ mir vor bellte: „Nie mehr zweite Liga“, nie mehr zweite  Liga!“ Da konnte ich nur noch zustimmen gesteht . . .
28. Juni 2013  In letzter Zeit sprachen mich einige Mitbürgerinnen und Mitbürger an: „Du/Sie waren  doch bei der Zeitung und Journalisten wissen meist über alles Bescheid. Da steht vor dem Rathaus in der Hugenottenallee eine große Zahl in schwarz-rot- gold, was soll denn die bedeuten. Hat das Rathaus eine neue Telefon-nummer?“ Ein wenig stolz, dass sich noch so viele an mich erinnern, erteilte ich Auskunft und  erläuterte, dass es sich um eine neue Behörden-Rufnummer handelt, die bei  Problemen gleich welcher Art angerufen werden kann und die in den meisten Fällen  auch befriedigend gelöst werden können. Die 115 ist bereits seit 2012 in mehr als  100 Städten, Landkreisen und Gemeinden frei geschaltet, so auch in unserer Stadt. Erklärtes Ziel der Rufnummer 115 ist es, Bürgerinnen und Bürgern sowie  Unternehmen und Institutionen ortsnah und direkt bei einem Anruf zu helfen.  Kommunale Service-Center stehen für konkrete Beratung und Unterstützung zur  Verfügung. Ehrlich: Natürlich wusste ich auch nicht alles übe die 115. Doch das Internet war  hilfreich und wer noch mehr über das Bürgertelefon wissen will, kann sich unter  http./115.de informieren . . .
vom 09. September 2013  Es war im Frühsommer als die kräuterliebende Hausfrau ihre „Sammlung“ von mehr  oder weniger duftenden oder riechenden Würzpflanzen bereicherte. Unter anderen  war auch ein Busch Pfefferminze dabei und der hat es jetzt im Spätsommer und  frühem Herbst in sich. Zunächst wurde manches Gericht oder Salat mit Minzblättern  gewürzt, was den Speisen einen gewissen Pep verlieh und sie noch schmackhafter  machte. Jetzt, da die Tage kürzer werden, blüht die Pfefferminze noch recht üppig und lockt  ganze Scharen von fliegenden Insekten an. Da schwirren kleine geflügelte Tierchen  um die Blüten und kaum, das sie sitzen kommen Fliegen aller Art, Einsiedlerbienen,  Wespen, Honigbienen und naschen am Pfefferminzbusch. Obwohl ich Pfefferminze schon lange kenne, die im 2. Weltkrieg von Schulklassen,  neben anderen Heilkräutern, gesammelt werden mussten, wusste ich nicht, dass sie auch Insekten anlocken. Wir mussten Pfefferminztee  trinken, frei nach dem Spruch der Oma: „Pefferminztee iss gut geesche  Bauchelscheweh“. Übersetzt heißt dies: „Pfefferminztee hilft gegen Leibschmerzen“  Allerdings musste er meist ungesüßt getrunken werden, da im Krieg der Zucker  mehr als knapp war. Der Pfefferminzbusch im Topf wird uns aber weiter erhalten bleiben, denn er hat jede  Menge Ausläufer getrieben von denen ich zwei in den Garten gepflanzt habe und die  schon kleine Blättchen haben. Jetzt hoffe ich, dass er den Winter übersteht und die  Hausfrau mit selbstgezogener Minze überrascht werden kann . . .
vom 16. Januar 2014  Die Zeit zwischen den Jahren wollte Oskar nutzen, um seinen Buchbestand zu  reduzieren. Es kamen immer wieder Neue dazu und die aus meiner Sturm- und  Drangzeit wollte ich einfach nicht hergeben. Ich begann zu sichten und stapelte  Buch und Büchlein auf. Schnell hatte ich über fünf nicht gerade niedrige Stapel.  Dass mein Bestand weniger geworden wäre, war nicht zu merken. Der scharfe Blick der Hausfrau erkannte sofort: „Du willst gar keine Bücher  aussortieren, sondern nur umsetzen.“ Wie Recht hatte sie. Es fiel mir wirklich nicht  leicht meine lieb gewonnenen Bände her zu geben. Als ich noch jung war und es  nach dem Krieg in erster Linie nur Wildwest-Romane gab, war ich Stammkunde in  einer Leihbücherei. Als dann die Stadtbücherei in der Bahnhofstraße öffnete, hatte  ich die Kundennummer sieben. Ich las alles, was mir unter die Finger kam und was  mir der damalige Bibliothekar Georg Freudenberger empfahl. Später als ich auf die Büchergilde Gutenberg aufmerksam wurde, brachen die  Dämme. Titel „Wie im Westen nichts Neues, „Drei Kameraden“, kurzum Remarque  wurde zu meinem Lieblingsautor. Von A. J. Cronin besitze ich sämtliche Bände. Die  Büchergilde war eine Fundgrube für mich und noch heute zieren den überfüllten  Bücherschrank die nicht nur inhaltlich, sondern auch handwerklich hervorragend  hergestellten Bücher. Bis jetzt habe ich noch kein einziges Buch aussortiert, sondern nur umgesetzt  gesteht. . .
vom 24. September 2012  Also unser Iseborsch iss schon e besonnere Schdat. Wenn ich morjens mit meim  Hund durch die Gasse laaf’ freu’ ich mich immer widder iwwer die viele scheene  Häuser, die in de letzte Johrn entschtanne sinn. Die Häuser sinn schon e poor  Jährscher alt und worn meist grau un net mehr attraktiv. Do hot sich die GEWOBAU  beschtimmt en Ruck gegewe un ogefange ihre Häuser innen un auße zeitgerecht zu  saniern. Wass eraus gekomme iss kann sich sehe lasse un spricht fier de Farbsinn  der GEWOBAU-Leut’. Es sinn neemlich kaa knallische Farbe, sondern ganz dezente  Töne, die de Aache net weh tue. Kompliment fier die Macher un macht weiter so! Kompliment awwer aach fier unser Stadtgärtner, die mit viele bunte Blume den  Sommer in viele Schtrosse geholt hawwe. Nur aa Beischpiel von viele. In de  Mozartstross schtehe Blumekiwwel, die net nur mich erfreue. Bepflanzt sinn se mit  prachtvolle blaurote Petunie sowie eweso schene in hellem Rosa. Dess Ganze  werd’ gekreent mit einer Blum’ die ich net kenne, die awwer aussieht, wie een  klaane weiße Schneeball. Also, was hawwe ich owwe gesacht: Mir sinn e besondere Schdat un do de zu steht  Ihne Ihrn . . .  Für alle die mit unserem Dialekt Probleme haben, hier die „Übersetzung“: Bunte Stadt  Also unser Neu-Isenburg ist schon eine besondere Stadt. Wenn ich morgens mit  meinem Hund durch die Gassen laufe, freue ich mich immer wieder über die vielen  schönen Häuser, die in den letzten Jahren entstanden sind. Die Häuser sind schon  ein paar Jährchen alt und waren meist grau und nicht gerade attraktiv. Da hat sich  die GEWOBAU bestimmt einen Ruck gegeben und angefangen ihre Häuser innen  und außen zeitgerecht zu sanieren. Was heraus gekommen ist, kann sich sehen  lassen und spricht für den Farbsinn der GEWOBAU-Leut’. Es sind nämlich keine  knallige Farben, sondern dezente Töne, die den Augen nicht wehtun. Kompliment  für die Macher und macht weiter so! Kompliment aber auch für unsere Stadtgärtner, die mit vielen bunten Blumen den  Sommer in viele Strassen geholt haben. Nur ein Beispiel von vielen. In der  Mozartstrasse stehen Blumenkübel, die nicht nur mich erfreuen. Bepflanzt sind sie  mit prachtvollen blauroten Petunien sowie ebenso schönen in hellem Rosa. Das  Ganze wird gekrönt mit einer Blume, die ich nicht kenne, die aber aussieht wie ein  kleiner Schneeball. Also was habe ich oben gesagt: Wir sind eine besondere Stadt und da zu steht Ihne  Ihrn . . .
vom 07. Juli 2014  Die liebe Sonne meint es seit Tagen, nein, seit Wochen gut. Zu gut, stöhnen die  Menschen, wenn die Quecksilbersäule des Thermometers locker und leicht die 30- Grad-Marke überspringt. Auch Oskar sucht den Schatten unter der Markise über der  Terrasse. Als er sich über das Geländer beugt, fällt sein Blick auf den großen Topf  mit blühendem Lavendel. Ein leichter Wind lässt die dünnen Stängel hin und her  zittern. Als ich mich in die Hitze wagte und zum Lavendel strebte, fielen mir zwei rotbraun  bepelzte Hummelchen auf. Sie waren Stammgast am südlichen Gewächs und  nutzten die Blüten als Pollenspender. Mit Akribie flogen sie hin und her und ließen  sich von jedem Windhauch hin und her schaukeln und nicht beim Sammeln stören. Es sah lustig aus, wie sie so hin und her, rechts oder links, auf ihren blauen Blüten  tanzten. Selbst als der Wind etwas stärker wehte, setzten sie das Einsammeln der  Pollen fort. Dann kam die Minute des Abschieds: Die eine Hummel flog hoch, die andere  sortierte erst ihre Pollenfracht, um sich dann auch in den blauen Äther zu  schwingen. Ich blieb allein zurück und war schon ein wenig neidisch, das ich nicht mit fliegen  konnte. Doch zu Hause ist es auch schön und dem Hummel Duo wünscht alles Gute  . . .
vom 07. Juli 2014  Es dürfte schon ein, zwei Jahre her sein, dass ich mir einen Sommerflieder  wünschte und von der besten Ehefrau von allen (hab’ ich bei Kishon geklaut) einen  geschenkt bekam. Der Flieder wurde eingebuddelt. Bekam reichlich Wasser und  wuchs zu einem stattlichen Busch heran. Im Sommer kamen die ersten  Schmetterlinge und unterstrichen den im Volksmund gebräuchlichen Namen  Schmetterlingsflieder. Inzwischen kam noch ein weiterer Strauch dazu und auch in  diesen Monaten der Blüte herrscht reges Leben im „Busch“. Nicht nur die bunten  Edelsteine der Luft waren Gast und labten sich an den Dolden. Auch die  Insektenwelt ob Bienen, Wespen, Hummeln, Wildbienen und sogar die eine oder  andere Hornisse ließ sich sehen. Die aber war weniger an der süßen Gabe  interessiert, sondern ging auf Raub aus. Deshalb haben sie auch den Namen  Raubinsekten, da sie sich über die Wespen her machen und diese sogar im Fluge  überfallen. Für Oskar ist es aber ein Anblick zum Verweilen, wenn drei oder vier verschiedene  Arten von Schmetterlingen im Flieder landen und ihren „süßen Appetit“ stillen. Die beste Ehefrau von allen hat ebenfalls ihre Freude an den bunten Gesellen,  zumal die von ihr geliebte, bunte Blütenpracht in den verschiedensten Töpfen nur  schön ist, aber keinen Schmetterling oder ein Insekt anlockt. So hat jede seine Freude und dass sie noch lange hält hofft . . .
vom 01. Juli 2012  In einer der letzten Nächte, so um die Geisterstunde, mahnte mich mein vierbeiniger  Freund „Fritzi“ mit einem „WuffWuff“ zum kleinen Mitternachtstrip. Der Nachbericht  zu den Fußball-Europameisterschaften lief gerade und nur schwer konnte ich mich  losreißen. Doch „Fritzi“ kannte keinen Pardon, lief zur Flurgarderobe und blieb  bellend vor seiner Leine stehen. Also auf geht’s. „Fritzi“ hatte gewonnen und marschierte ohne zu zögern in die  Taunussstraße. Außer uns zwei war niemand unterwegs. Nach ein paar Schritten  schnupperte ich und nicht mein Gefährte in die Nachtluft. Es lag ein süßer Duft in  der Luft, der sich immer mehr verdichtete. Zunächst skeptisch, dann aber sicher  wusste ich: Die Linden in der sonst so nüchternen Straße blühen und mit ihnen  blühte auch mein Romantikerherz auf. Das alte Volkslied vom Lindenbaum, der am Brunnen vor dem Tore steht, fiel mir ein  und ich summte leise die Melodie vor mich hin. Dann dachte ich an den  Lindenblütentee, den ich in den Kriegsjahren immer trinken musste, wenn sich eine  Erkältung näherte. „Der hilft“, sagte meine Mutter immer und kannte keinen Pardon.  Der Tee musste getrunken werden, obwohl er ohne Zucker war, was ihn nicht  schmackhafter machte. Ich trank ihn und habe ihn bis heute überlebt und immer wenn ich in den nächsten  Tagen oder Nächten durch die Taunusstraße gehe, denke ich an meine Jugendzeit  zurück. Ob mit oder ohne Lindenblütentee – sie war schön!
vom 06. Mai 2014  . . . so beginnt ein Lied aus der guten, alten Zeit, das die Schönheiten des Waldes  poetisch besingt. Doch inzwischen hat sich viel geändert. Der Wald ist inzwischen  für heutige Zeitgenossen der Platz für allen möglichen Hausmüll und anderen Unrat  geworden. Da steht, um einige Beispiele zu nennen, ein Fahrrad ohne Räder, nur noch  Rahmen und Lenkstange. Fünf Schritte weiter, hat ein Mensch seine Wohnung  renoviert und den Weißbinderdreck sowie die Tapetenreste unter einer lichten Hecke  „entsorgt“. Dann kommt ein Papierkorb, der vom Ständer gerissen wurde und  dessen nicht gerade appetitlicher Inhalt wahllos über die Zu- und Abfahrtsstraße  verteilt wurde. Die Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden. Doch nicht nur Abfall wird im Wald deponiert. Am Luderbach steht ein Auto auf dem  Waldweg, ein fürsorglicher Autobesitzer holt sich mit einem Eimer Wasser aus dem  Bach und mit einem Zusatz versehen putzt er seine Karosse. Das verschmutzte Wasser wird einfach neben den Weg geschüttet. So einfach ist es  mit dem schönen Wald. Nur wie lange noch, fragt sich . . .
vom 09. Dezember 2012  Im nebelgrauen November habe ich alle Gedanken an Advent, an Weihnachten  verdrängt. Selbst die festlichen Dekorationen in den Geschäften, die „Weihnachts“- Angebote ignoriert. Den von der lieben Gattin angebotenen Christstollen mit dem  Argument „es ist doch noch nicht mal Advent“ abgelehnt. Als in den letzten Novembertagen die DLB-Mitarbeiter den Kreisel an der  Friedensallee/Hugenottenallee mit der obligatorischen Tanne (übrigens toll  gewachsen) aufstellten und dann auch noch mit einer wunderbaren Lichtgirlande  schmückten, gab ich meinen Widerstand auf: „Jetzt kann Weihnachten kommen“,  dachte ich, zumal der Baum in der Dunkelheit einen ganz eigentümlichen Reiz  entfaltet. Als ich kürzlich über den Marktplatz ging, stand dort ein „Bruder“ unserer  Kreiseltanne, in den Geschäftsstrassen der Stadt leuchteten die Weihnachtssterne  und sorgten selbst bei mir Hartgesottenen für ein Stück Vorfreude auf das Fest. Jetzt  lehnte ich den Stollen nicht mehr ab und auch die leckeren Lebkuchen wurden nicht  verachtet. Bei einem Glas Rotwein dachte ich am Abend an meine Jugendzeit, die in die  Kriegsjahre fiel und von permanenter Armut an Lebensmitteln gekennzeichnet war.  Heute gibt es alles im Überfluss. Sollten wir nicht einmal einen Augenblick verharren  und dankbar sein, dass es uns gut geht und dabei an die Menschen in aller Welt  denken, die in Angst, Armut und Todesangst leben müssen . . .
vom 24. September 2012  Seit einem guten Jahr haben wir neue, jetzt schon alte Nachbarn. Diese wiederum  brachten eine schwarze Katzendame mit, die nach kurzer Eingewöhnungszeit als  Freigängerin die Nachbarschaft erkundet hatte. Dabei kreuzte sie ab und zu auch  bei uns im Hof und Garten auf, hatte aber nicht mit Pudel Fritzi gerechnet, der mit  Gebell und tiefem Knurren sein Hausrecht gegen den kessen Eindringling  verteidigte. Fini gab Fersengeld und zog sich in ihr Revier zurück. Hier setzte sie  sich gemütlich auf die Treppe und ließ Fritzi sich austoben. Die Zeit verging und jetzt  haben die beiden Vierbeiner kein Problem mehr miteinander. Jeder akzeptiert die  Reviergrenze und es herrscht Friede zwischen den tierischen Nachbarn.  Kürzlich fragten die Katzenliebhaber, ob wir nicht für ein paar Tage Fini versorgen  könnten, da die gesamte Familie in Urlaub sei und ob es mit Fritzi Probleme geben  würde?  Wir meinten, dass es ein Versuch wert sei, da die „Schwarze“ ja in ihrem Revier  bleibe. Wir wurden in die Fütterungszeiten von Fini eingeweiht und beruhigten die  Kurzurlauber, dass es schon klappen würde. Um es vorweg zu nehmen: Es klappte  reibungslos. Fini bekam ihr Morgenfrühstück serviert, ihren Trinknapf gefüllt und  stand plötzlich mit einem leisen Miau hinter mir. Sie strich mir um die Beine und  streckte sich als ich ihr den Kopf kraulte. Dann machte sie sich über ihr Futter her.  Doch als ich gehen wollte, unterbrach sie ihre Mahlzeit und lief mir nach. Für mich  die Aufforderung bleib’ noch ein wenig bei mir. Also setzte ich mich neben sie auf die  Bank und leistete ihr Gesellschaft. Als sie den Napf leer gefuttert hatte, musste ich  sie erneut streicheln und mit ihr reden. Dann machte sie den berühmten  Katzenbuckel und verzog sich auf ihren Schlafplatz im Haus.  Schnell vergingen uns die Tage mit Fini, die zutraulich war und keineswegs  fremdelte. Eigentlich habe ich immer geglaubt, dass Katzen individuelle Wesen und  unabhängiger als Hunde von ihren Menschen sind. Fini bewies mir das Gegenteil,  sie suchte wann immer sie Laune hatte den Menschen und selbst wenn es nur  Ersatz war. Jetzt hat sie ihre Familie wieder und ich freue mich, wenn sie ab und zu durch den  Garten streift und wenn Fritzi nicht in der Nähe ist mit einem Miau ihre  Streicheleinheit abholt. . .
vom 03. Oktober 2014  Sie kamen in Schwärmen und überfielen die mit leckeren Sommerfrüchten gefüllte  Obstschale auf der Ablage des Küchenschrankes. Die Hausfrau, die mit allem was  da durch ihre Küche kreucht und fleucht nichts am Hute hat, war sprachlos. Ein  Zustand, den ich in über 50jähriger Ehe nie geschafft habe. Auf jeden Fall musste  das Obst und andere Speisen, die zum Abkühlen hin gestellt wurden, in Sicherheit  gebracht werden. In den Kühlschrank, in den Keller und unter Gazehauben. Doch  die Fliegen hatten eine mehr als „feine Nase“ und fanden die geringste Lücke oder  Spalte und tummelten sich weiter an unserem Obst. Guter Rat war teuer. Was tun  gegen die unwillkommenen Gäste. Doch wenn die Not am größten ist, ist Hilfe am  nächsten. Bei einem Spaziergang mit meinen Hund traf ich eine Bekannte, die  ebenfalls ihren „Leo“ ausführte. Als ich ihr unser Leid klagte, hatte sie ein „Rezept“ zur Dezimierung der  Fruchtfliegen bereit. Sie empfahl Obstessig mit einem Schuss Gechirrwaschmittel in  einer flachen Schale zu verrühren. Keine Nahrungsmittel die Fruchtfliegen anziehen,  in der Nähe auf zu bewahren. Gesagt, getan! Die Schale stand. Die Fliegen  umkreisten den Schrank, doch der Erfolg blieb aus. Sie waren noch in ihrem  „Revier“. Dann aber lockte der Duft des „Gebräus“ in der Schale die ersten an. Sie  ließen sich am Rande nieder und das war ihr verderben. Sie rutschten am glatten  Glas herunter und konnten sich aus der Flüssigkeit nicht mehr befreien. Nach  einigen Stunden waren schon einige abgetaucht und am nächsten Morgen war eine  ganze Menge der „Viecher“, wie sie die Hausfrau titulierte, aus dem Verkehr  gezogen. Sie konnten uns nicht mehr tyrannisieren. Inzwischen gehört die Wohnung wieder uns. Die Fruchtfliegen haben sich verzogen  und die Küchenchefin atmete auf: „Endlich kann man mal wieder etwas hinstellen,  ohne dass die Fliegen darauf landen.“ Kaum hatte sie es gesagt, brummte eine  Wespe um sie herum, die auch nicht gerade ihre Freundin ist. Doch wer rettete sie: Natürlich ich. Die Wespe flog an der Fensterscheibe auf und  ab. Als ich ihr den Finger hin hielt und sie sich darauf setzte, bekam ich keinen  Dank, sondern die Drohung; „Wenn sie dich sticht, bist du selbst schuld. Wer lässt  schon eine Wespe an seinem Finger herumkrabbeln?“ Als ich ruhig blieb und die Wespe aus dem Fenster in die Freiheit entließ, meinte sie  lakonisch das war wieder einmal typisch . . .
vom 09. September 2013  Der Herr von Ribbeck im Havelland hatte, frei nach Theodor Fontane, einen  Birnbaum im Garten mit dessen Früchten er jedes Jahr zur Reifezeit der Früchte die  vorüber gehenden Mädchen und Buben erfreute. In unserer Stadt gibt es zwar keinen Herrn Ribbeck aber immerhin steht im Garten  der Familie F. ein sehr alter Mirabellenbaum, der so hoch gewachsen ist, dass  Pflücken lebensgefährlich ist. Jetzt da die Mirabellen schon fast überreif und zuckersüß sind, kommen ganze  Scharen von gefiederten Gästen und lassen es sich im hohen Geäst gut gehen.  Ganz gleich ob Star, Sperling oder Meise, es ist ein stetes Kommen und Abfliegen  nach dem die Vögel sich an den gelben Früchten gütlich getan haben. Als ich vor kurzem am Haus vorüber ging, wollte ich meinen Augen nicht trauen: Ein  Distelfink, ein kleiner Buntspecht und ein Dompfaff aus dem nahen Wald hatten sich  unter die eifrig schmausende Schar gemischt und leuchteten wie bunte Farbtupfer in  der Morgensonne. Was mich einigermaßen verblüffte: Eichhörnchen, die sonst gern  die Hausgärten nach Leckerbissen absuchen, habe ich noch nicht gesehen. Die Familie F. wird bestimmt jeden Morgen durch ein munteres Frühkonzert  geweckt. Ob sie Beifall klatscht oder dem abgebrochenen Schlaf nach trauert macht  ihren Gästen nichts aus. Da heißt es halt, mit den Vögeln aufstehen. Unter dem Strich ist Neu-Isenburg schon „eine besondere Stadt“. Sie hat zwar  keinen Herrn Ribbeck und einen Birnbaum, aber eine muntere Vogelschar im alten  Mirabellenbaum zur Freude von . . .  PS: Halt! Jetzt fällt mir gerade noch ein, dass auch wir einen Birnbaum haben, der  auf dem Grundstück unseres Mitglieds Dr. Harries steht und unter dem vor einiger  Zeit der Birnbaum aus dem Havelland fröhliche Urständ feierte und der Hausherr  und seine Familie den Herr von Ribbeck auf Isenburger Boden zu neuem Leben  erweckten.
vom 28. März 2013  Zwei Tage blauer Himmel, weiße Wolken zieren ihn und leise Hoffnung keimt auf  den nahen Frühling, den der Kalender längst angesagt hat. Oskar hat die  Winterjacke und den Pullover in die äußerste Ecke des Schrankes verbannt und sich  mit leichter Bekleidung zum Marsch durch den Wald aufgemacht. Mit dabei mein  vierbeiniger Kumpel „Fritzi“ dem das laue Lüftchen auch Beine macht. Da war nichts  mit Bummeln wie bei Regen und Schnee. Da ging die Post ab und ich alter Kerl  musste mithalten. Doch es gab auch den einen oder anderen Moment der Besinnung in dem „Fritzi“ da  und dort an den Bäumen schnuppern musste. Eigentlich ein idealer Übergang vom Winter zum Frühling. Doch wie schreibt  Matthias Claudius in einem Gedicht: „Der Winter ist ein rechter Mann, kernfest und  auf die Dauer . . .“, das in zahlreichen Strophen dem eiskalten Gesellen huldigt.  Jetzt hat er zurück geschlagen, den jungen Knaben Frühling mit Schnee und Eis in  die Knie gezwungen. Ich musste die Wintersachen wieder hervor holen, während  „Fritzi“ die weiße (unwillkommene) Pracht einfach genießt und tiefe Schneisen in  den hohen Schnee pflügt. Wer unter Minusgraden und verschneiten Wäldern und Gärten leidet sind die Vögel,  die kaum noch Futter finden. Oskar füttert schon seit Beginn der kalten Jahreszeit  und jetzt reicht der Vorrat noch um die hoffentlich bald beendete „Eiszeit“ zu  überstehen. Der alte Zwetschenbaum im Garten ist den ganzen Tag über mit den  Gefiederten besetzt. Es sind Grünfinken, die ohne Scheu das Futterhäuschen  besuchen und ihren Hunger ohne Stress stillen. Jeden Morgen beim Frühstück freut sich besonders die Hausfrau beim Blick aus  dem Fenster über die kleinen, zutraulichen Gesellen und spricht nur noch von ihrer  „Piepshow“. Sollte es wirklich Frühling werden und die Finken uns verlassen, werden wir sie sehr  vermissen und uns auf ein Wiedersehen im nächsten Winter freuen. Ihr Häuschen  wird dann wieder gefüllt sein, verspricht . . .
vom 28. März 2013  Die Sonne scheint ein wenig bleich durch das Fenster und gaukelt Frühling vor.  Inzwischen sind schon zehn Tage vergangen (siehe Bluff 1) und noch immer warten  wir auf den jungen Knaben. Eine Frankfurter Tageszeitung titelt auf der ersten Seite  „Der erfrorene Frühling“ und spricht mir damit aus der erkälteten Seele. Eigentlich  reicht es dem normalen Mitteleuropäer, der angesichts permanenter Minusgraden  noch immer in dicker Winterkluft und eingezogenem Nacken herumläuft und mehr  oder weniger laut vor sich her brummt: „Jeden Tag dasselbe: Kalt, kalt und nochmals  kalt.“ Im Prinzip hat er recht. Die Kälte ist keine deutsche Krankheit, sondern hält  auch große Teile Europas in ihren Klauen. Da ich mit Freund „Fritzi“ bei Wind und Wetter den Weg zum Wald suche, der nicht  weit von der Wohnung liegt, können wir auch über ein paar besondere Erlebnisse  berichten. Das wohl verblüffenste war das mit zwei Damhirschen, die wie zwei  Hündchen zwei jungen Damen nach liefen. Auf meine erstaunte Frage bekam ich  Antwort: „Wir kommen alle zwei Tage vorbei und bringen Äpfel und Brot mit, das wir  den Hirschen auf ein bestimmtes Plätzchen legen. Nach einer kleinen Weile  kommen sie aus dem Wald und machen sich über Obst und Brot her. Wenn sie fertig  sind, laufen sie uns ein Stück hinter her und verschwinden dann wieder im Wald.“ Der Hunger muss schon groß sein, wenn das Wild seine Scheu aufgibt und den  Menschen nach läuft. Beim Weitergehen hörten wir einen Specht „lachen“ und sahen fünf oder sechs  Bussarden beim Balzflug zu. Auf bestimmten Plätzen zeigen die Anemonen bereits  erste Blüten und der Bärlauch sprießt als einer der ersten Frühlingsboten munter vor  sich hin. Wenn ich bis jetzt auch nicht das blaue Band des Frühlings flattern sah, glaube ich  mit gebührender Skepsis, dass der junge Knabe bald die Macht des Winters bricht.  Vielleicht hat er es schon geschafft, wenn Sie diese Zeilen lesen. . .
vom 03. Oktober 2014  Es gibt Dinge, die gibt’s gar nicht. So glaube ich wenigstens. Als ich vor kürzlich mit  meinem Pudel „Fritz“ noch vor dem Frühstück den ersten Spaziergang unternahm.  Da er ohne ein kleines „Leckerli“ nicht laufen kann, bekam er aus seiner speziellen  Dose einen kleinen Leckerbissen in den Mund geschoben. So weit, so gut! Wenn  nicht gegenüber auf einer Peitschenlampe eine Rabenkrähe den Fütterungsakt  beobachtet hätte. Sie wiegte den Kopf hin und her. Machte mit einem kräftigen  „Krah, Krah“ auf sich aufmerksam. Neugierig wie ich bin, streute ich ein paar der  kleinen Bissen auf den Bürgersteig und wir gingen weiter. Als ich mich nach ein paar  Schritten umdrehte, pickte „meine Krähe“ das Hundefutter auf und als es weiter  ging, flog sie mit und bettelte immer wieder nach dem Futter aus der Dose. „Fritz“  opferte ein Teil seiner Ration und unsere Begleitung nahm sie dankend an. Inzwischen sind fast drei Wochen vergangen und aus der einen Krähe sind zwei  geworden, die jeden Morgen gegen acht Uhr auf uns warten. Wenn ich sie nicht  sehe, so höre ich doch ihr Krah, Krah“. Es ist dies die Mahnung: „Wir sind da, lass  endlich was in unsere Schnäbel wachsen“. Da mich die kesse „Bettelbande“  amüsiert und „Fritz“ ohne Knurren sein erstes Frühstück mit ihnen teilt, habe ich  immer eine separate Futterdose dabei, die innerhalb einer halben Stunde geleert ist.  Als es dann nichts mehr gibt, schwingen sie sich in die Luft und mit einem letzten  „Krah, Krah“ verabschieden sie sich bis zum nächsten Morgen. Als ich meiner Frau von den Vögel erzählte, meinte sie: „Du schreckst aber auch vor  nichts zurück und jetzt fütterst du auch noch die Raben.“ Da für sie alle schwarzen Vögel Raben sind, berichtigte ich sie und erklärte, dass es  sich hier um Rabenkrähen handelt. „Das ist mir egal“, meinte sie, „bring sie aber ja  nicht mit in den Garten.“ Jeden das Seine und mir mein Vogel“, dachte kurz und bündig . . .
vom 10. November 2013  Wer’n Freund mittem Klaagarde hot, braucht sich um Salad, Gemies un Gewerzel  kaa Sorche zu mache. Am End von de letzte Woch’ kreuzte Alex uff un hot e ganz’  Dutt voll Gewerzel gebrocht. Sellerie mit de Knolle, Geleriewe un Laach. Die Hausfraa hot gegrinst, so isses mir vorgekomme, un hot gesacht: „Gell, dess  duhst du putze, dass merss oifriere kenne. Da Oskar een liewe Kerl iss, hot er sich  über die Geeleriewe, de Sellerie un de Laach hergemacht. Gebutzt, gewäsche un geschnipselt. „Hoste aach alles sauwer gebutzt“, maant die  Hausfraa kritisch. Ei, klohr, hab’ ich alles sauber gebutzt und hab’ zugefiegt: „Wenn’s trocke iss. Kenne  mer dess Grienzeuch oifriern“. Als es soweit wor, alles dorchgemischt, hawwe mer die Gefrierbeudel gefillt un die  Luft erausgelosse, damit de Inhalt kaan Gefrierbrand krieht. Am End hot mich die Hausfraa gelobt un sich bedankt, dass ich ihr so doll geholfe  hab.  Da die Fraa des Hauses mit Lob eichentlich sehr sporsam iss, sinn mer vor Schtolz  fast die Knepp vom Hemd gefloche . . .  Suppengrün  Wer einen Freund mit einem Kleingarten hat, braucht sich um Salat, Gemüse und  Suppengrün keine Sorgen zu machen. Am Ende der letzten Woche kreuzte Alex auf  und hat eine ganze Tüte voll Suppengrün gebracht. Sellerie mit den Knollen, gelbe  Rüben und Lauch. Die Hausfrau hat gelächelt, so ist es mir vorgekommen, und hat gesagt; Gelt, das  tust du putzen, dass wir es einfrieren können. Da Oskar ein lieber Kerl ist, hat er sich  über gelbe Rüben, Sellerie und Lauch hergemacht. Geputzt, gewaschen und klein  geschnitten. „Hast du alles sauber geputzt“, meint die Hausfrau kritisch. „Ei, klar,  habe ich alles sauber geputzt und habe hinzugefügt: „Wenn es trocken ist, kennen  wir das Grünzeug einfrieren.“ Als es soweit war, alles durch gemischt, haben wir die Gefrierbeutel gefüllt und die  Luft heraus gelassen, damit der Inhalt keinen Gefrierbrand bekommt. Am Ende hat mich die Hausfrau gelobt und sich bedankt, dass ich ihr so toll  geholfen habe. Da die Frau des Hauses mit Lob eigentlich sehr sparsam ist, sind mir vor Stolz fast  die Knöpfe vom Hemd geflogen . . .
vom 24. September 2012  Er ist geborener Isenburger. Verbrachte seine Kindheit und Jugend in der  Hugenottenstadt. Machte an der Goetheschule Abitur. Dann aber verschlug ihn der  Beruf für einige Jahre nach Hannover und schließlich zog es ihn wieder in die  Heimat zurück. Doch er war ein unruhiger Geist und schon nach einigen Jahren  wurde er in Stuttgart heimisch. Bei den Schwaben fühlt er sich jetzt zu Hause. Doch  ab und zu zieht es ihn nach Neu-Isenburg zurück.  So kreuzte er vor einigen Wochen zur Freude seiner Eltern für einige Tage in der  Heimat auf. Es war schön für sie den Sohn, mittlerweile ein gestandener Mann,  Journalist und Buchautor, in ihrer Mitte zu wissen.  Als er hörte, dass in Frankfurt das Opernplatz-Fest gefeiert wird, machte er einen  abendlichen Abstecher in die Nachbarstadt und traf sich mit einer Freundin aus alten  Tagen. Diese wiederum erschien am Treffpunkt mit einer ihrer Freundinnen. Das Trio  amüsierte sich und ab und zu gab man sich auch dem Tanzvergnügen hin.  Dies wiederum war für den Ex-Isenburger nicht gerade vergnüglich. Als er zu später  Stunde bei den Eltern eintraf, polterte er: „Die jungen Frauen von heute haben aber  auch keine Manieren mehr. Da tanze ich mit der Freundin von der Freundin und  diese wiederum hat kurz vor her Handkäs mit Musik gegessen. (Eine Mixtur, die  wahrscheinlich nur Käseliebhaber dieser mit viel Zwiebeln und einem Dressing aus  Essig und Öl übergossenen hessischen Käsespezialität unbeschadet überstehen.)  Natürlich habe ich nichts gesagt und fleißig weiter getanzt, doch ich war glücklich als  die Tanzserie zu Ende war.“ Sein Nachsatz: „Also ich habe schon immer einen Bogen um den Handkäs gemacht  und werde ihn jetzt noch weiter ziehen.“ Moral von der Geschicht: „Gehst Du zum Tanzen, iss vorher keine Zwiebel nicht ! ! !“  Das meint auch. . .
vom 09. Dezember 2012  Als ich dieser Tage die Zeitung überflog, an diesem und jenem hängen blieb, fiel mir  eine Ankündigung des neuen in Neuseeland gedrehten Films „Der kleine Hobitt“ auf,  die mich an vergangene Jahre erinnerte, als ich zweimal in der Woche nach  Frankfurt fuhr, um das frühere „Neu-Isenburger Anzeigeblatt“ druckfertig zu machen.  Gegen 17 Uhr war der Umbruch beendet und ich musste mich durch den  Großstadtverkehr nach Hause „kämpfen“. Das Autoradio verkürzte mir die  Stoppzeiten, denn just zu diesem Zeitpunkt ging die Geschichte vom „Kleinen  Hobitt“ als Hörspiel über den Sender. Als ich von den Abenteuern des Hobitts Bilbo  Beutlin erfuhr war ich so fasziniert, dass ich mir fest vor nahm das Buch von J. R. R.  Tolkien zu kaufen. Nicht gleich, aber wenn ich dem unsteten Berufsleben Adieu  sagen kann. Die Zeit verging, ich ging in den Ruhestand – und erlebte die Geschichte des  „Kleinen Hobitt“ auf über 300 Seiten mit. Inzwischen gab es die Fortsetzung mit dem  Titel „Herr der Ringe“, die ich als Video einst von der Gattin zu Weihnachten bekam.  Spannender als jeder Krimi hole ich ihn schon ab und zu einmal aus seiner Kassette  und lasse die alten Erinnerungen aufleben. Obwohl ich seit Jahrzehnten nicht mehr in einem Kino war, werde ich mir das  filmische Rendezvous mit Bilbo Beutlin, der im Auenland lebte, nicht entgehen  lassen. Es gibt halt Bücher, die Eindruck über Jahre hinweg hinterlassen und so eines ist  „Der kleine Hobitt“ . . .
vom 21. Februar 2015  Bei einem Arztbesuch sitze ich im Wartezimmer und warte auf den Aufruf. Als ich mich im gut besetzten Raum umschaue fällt mein Blick auf einen „Water- Tower“. Her können Patienten ihren Durst löschen. Aber der „Wasser-Tower“ regt  meine Phantasie an und ich denke einige Jahrzehnte zurück. Da stand in der Beethovenstraße auch ein „Wasser-Tower“, den die Isenburger im  schlichten Dialekt als Wassertorm“ bezeichneten. Ja, unser Wasserturm! Er fiel in den Nachkriegsjahren, als überall aus den  Trümmern der Bombennächte neue Häuser und Gebäude entstanden dem  damaligen „Bauwahn“ zum Opfer. Was könnten wir heute mit ihm für unsere Stadt werben. Ebenso mit dem daneben  liegenden Stadtbad mit seinen wunderschönen Jugendstil-Fliesen. Das waren noch  Zeiten, da nicht jede Familie ihr Bad hatte. Da kostete ein Wannenbad so viel ich  noch weiß 50 Pfennig und ein Brausebad 30 Pfennige, die uns die Mutter am  Wochenende in die Hand drückt und mahnte: Wasch’ nur deinen Hals richtig und  komm’ nicht mit einem noch schmutzigen Rabenhals nach Hause.“  Als ich aufgerufen wurde, musste ich mich sammeln. Doch ein Blick auf den „Water- Tower“ holte mich schnell in die Realität zurück . . .
vom 21. Februar 2015  Zwei Wochen später. Das gleiche Wartezimmer, in der Ecke steht noch immer der  „Water Tower“. Wieder warten die Patienten auf ihren Aufruf. Als es einem jungen Mann zu lange dauert, greift er in die Tasche und holt sein  Handy heraus. Ein Blick darauf und schon wird lässig auf die Tasten getippt und  dann hat er sein Publikum, als er mit der Inge spricht und sie nach dem Gerd fragt.  Da werden die Ohren gespitzt um „diskret“ mit zu hören. Doch das Beispiel des jungen Mannes macht Schule. Eine junge Dame kramt in  ihrer überdimensionalen Handtasche und zaubert – was kann es schon sein – ein  Handy heraus. Das Spiel wiederholt sich. Anruf und die Mitteilung an den  Gesprächspartner am Ende der „Strippe“, „dass es heute etwas länger dauert, da  das Wartezimmer voll besetzt ist“. Nach einer kurzen Pause geht die Tür erneut auf und ein weiteres weibliches Wesen  kommt herein. Kaum Platz genommen, ein Blick in die Runde und dann wird  angerufen. Der Teilnehmer meldet sich und bekommt die Information, „dass ich gut  angekommen bin“, verbunden mit der Bitte: „Du holst mich doch ab, wenn ich beim  Arzt war. Ich rufe dann an.“ Moderne Zeiten denke ich, der nur ein sorgsames gehütetes Notruf-Handy hat.  Dann wurde ich zum Arzt gebeten und damit endet die Episode im Wartezimmer die  eigentlich kurzweilig war, glaubt zumindest . . .
vom 28. Juni 2013  Man schrieb 1945. Der 2. Weltkrieg war gerade mit verheerenden Folgen für das  deutsche Volk zu Ende gegangen, als ich sie kennen lernte. Sie war schmächtig und hatte zwei, drei kleine Blüten, die in einem zarten Rosa  strahlten. Schnell schloss ich Freundschaft mit ihr, die nur wenig beachtet im kleinen  Vorgärtchen der früheren Buchdruckerei August Koch ihr Dasein fristete. Sie bekam  im Sommer regelmäßig ihr Wasser und später, als sie munter wuchs, schnitt ich ihr  auch ab und zu einige überzählige Zweige ab. Damals wurde ich als Schriftsetzer ausgebildet. Ein Beruf, den es heute nicht mehr  gibt und von den Mediengestaltern abgelöst wurde. Die Jahre vergingen, die Rose entwickelte sich zu einem wunderschönen Busch und  erfreute viele Besucher der Druckerei. Doch irgendwann in den siebziger Jahren –  wir Koch-Leute waren inzwischen bei der Frankfurter Neuen Presse gelandet –  wurde die Druckerei aufgegeben und nur die Redaktion bei der ich inzwischen  eingestiegen war, etablierte sich in Räumen in der Frankfurter Straße/Ecke  Kronengasse. Als ich erfuhr, dass die Betriebsgebäude abgerissen werden sollten, flitzte ich hin  und konnte die Rose gerade noch vor der Baggerschaufel retten. Sie fand in der  Hugenottenallee im Vorgarten eine neue Heimat. Doch das Pech klebte an ihr. Der  Hausmeister erwischte sie beim Rasenmähen mit der Maschine kurz über dem  Wurzelstock und schnitt ihn fast zur Hälfte ein. Als ich am Abend das Malheur  entdeckte, besorgte ich, so quasi in letzter Minute, Baumwachs und Hanf. Ein  „Verband“ wurde angelegt und das Wunder geschah, die „Wunde“ schloss sich im  Laufe der Wochen und Monate und die Rose dankte es mit üppigem Blütenflor.  Lange Jahre vergingen, die Rose wurde älter und noch einmal musste sie  umziehen. Von der Straße hinweg in den hinteren Grünbereich. Inzwischen war ihr  Wurzelstock dick und verknorpelt und das Umziehen bekam ihr nicht besonders. Sie  schwächelte vor sich hin und nach den letzten kalten und langen Wintermonaten  sah es aus, als wolle sie aufgeben. Doch nein, sie kämpfte, verkraftete dürres Holz  und in diesem Jahr – oh, Wunder – trieb sie einige starke Zweige aus die in voller  Pracht erblühten. Ich war stolz und glücklich zu gleich: Das alte Mädchen dürfte etwa Sechzig Jahre,  eher älter, sein. Jetzt können Sie vielleicht meine Liebeserklärung an meine alte/junge Rose und  ihren Lebenswillen verstehen, hofft . . .
vom 10. November 2013  Trüb, regnerisch und kühl begann der Tag. Dunkle Wolken ließen keinen  Sonnenstrahl durch. Doch als es Mittag wurde, lichtete sich das graue Gewölk und  tatsächlich ließ sich Frau Sonne wieder einmal blicken. Auch mich zog es hinaus und beim Gang durch den bereits herbstlichen Garten,  fühlte ich plötzlich ein zartes Krabbeln auf dem Handrücken. Schon wollte ich die  lästige Fliege abstreifen, da merkte ich, dass sich ein Marienkäfer dort nieder  gelassen hatte. Der kleine Kerl blieb ruhig sitzen und breitete die Flügel im  wärmenden Sonnenschein aus und ich freute mich, dass mitten im bisher grauen  Herbsttag ein mutiger Marienkäfer die Sonne genoss. Nach einer Weile spannte er  die Flügel und flog weiter. Dem kleinen rot-schwarz gepunkteten Kerl wünsche ich alles Gute und ein sicheres  Winterquartier . . .
vom 16. Januar 2014  Sie geistern durch die Welt der Phantasie: Die Monster! Es gibt sie in allen  Variationen. Einmal riesengroß, einmal doppelbreit, dazu stockhässlich und meist auch nicht gerade liebenswürdig. Eben Monster! Jetzt hat sie auch die Pharmazie entdeckt. Sie sind ein Erkennungszeichen für ein  Erkältungsmittel, das gegen Husten helfen soll. In der Werbung geistern sie Tag für  Tag, Abend für Abend über den Bildschirm. Es sind die inzwischen längst bekannten Schleimmonster. Zynisch grinsende blaue,  Gesellen, die sich in den Lungenflügeln breit machen und den Betroffenen mit  Husten und Schleim quälen. Doch glaubt man der Werbung sind ihre Tage gezählt. Denn das Medikament  vertreibt sie aus der Lunge und auf der Flucht vergeht ihnen das Grinsen und sie  verschwinden. Vielleicht ist aber jetzt mancher Mensch traurig, dass ihn „seine Monster“ verlassen  haben. Keine Angst, bei diesen Temperaturen kann es schnell wieder zu einer  Erkältung kommen und die „Hausmonster“ sind wieder da, glaubt der von Husten  geplagte . . .
vom 09. Dezember 2012  Es gab eine Zeit, da war der Wald ein richtiger Wald. Da grünten die Bäume, das  Farnkraut wuchs und Brombeeren und Himbeeren waren ebenso willkommen wie  Heidelbeeren. Muttern kochte aus des Waldes Früchten herr-liche Gelees. Im Herbst  waren die Pilzsucher unterwegs. Heute glaubt es kaum noch jemand: In den  Wäldern rund um unsere Stadt fand man nicht nur Maronen, Ziegenlippe oder  Parasolpilze, sondern auch Pfifferlinge, Steinpilze und auf den Wiesen in Richtung  Neuhof sogar Champignons. Die Zeiten haben sich geändert und damit auch das Bild des Waldes. Man spricht  zwar von Naherholungsgebiet. Wer aber etwas abseits die Wege geht, ist nicht  besonders erstaunt, wenn in einem Gebüsch ein verrostetes Fahrrad abgelegt worden ist. Ein paar Meter weiter hat einer eine Ladung Kartonagen  abgeladen und dazu einige blaue Säcke mit Farb- und Tapetenresten. Die Liste lässt  sich beliebig fortsetzen. O, du schöner Wald . . .  PS.: Übrigens gibt es in unserer Stadt einen rührigen Dienstleistungsbetrieb in der  Offenbacher Straße, der Sperrmüll, Grünschnitt usw. zu bestimmten Öffnungszeiten  entgegennimmt. Nach zu lesen im Abfuhrkalender der Stadt Neu-Isenburg, den es  im Bürgeramt oder im Rathaus, Hugenottenallee, gibt.
vom 01. Juli 2012  Unser neues Rathaus ist ein Schmuckstück in der Hugenottenallee geworden.  Inzwischen sind die Außenanlagen fertig und es grünt und blüht, um die Vorderfront  des Gebäudes. Hier muss die Arbeit für den Bürger in licht-durchfluteten Räumen  einfach Spaß machen. Was mir schon bei der Fertigstellung des Rathauses auffiel,  war ein großer „Käfig“ um eine Außentreppe am Stadtverordneten-Sitzungssaal. Ich  überlegte kurz und kam zu dem Schluss, dass es nur die Notfalltreppe sein kann,  die gesetzlich vorgeschrieben ist. Doch nur als Notfalltreppe nutzbar? Die kleinen grauen Zellen begannen zu  arbeiten. Da Notfälle eigentlich selten sind, könnte sie der Herr Stadt- verordnetenvorsteher vielfältig einsetzen. Zum Beispiel den sie umgebenden Käfig  für den Pleitegeier, sollte er jemals über unsere „besondere Stadt“ fliegen. Aber auch  um allzu diskutierfreudige Abgeordnete zum Luft holen hinein zu schicken. Vielleicht  würde das helfen, ellenlange, ermüdende Diskussionen auf das Wichtigste zu  reduzieren. Man sollte natürlich ein Schild mit der Aufschrift „Vorsicht! Bissige  Parlamentarier. Bitte nicht füttern!“ anbringen, das vorübergehende Passanten  warnt. Doch es wird nicht soweit kommen der Stadtverordnetenvorsteher wird sein „Rudel“  mit der Kraft des Wortes in Zaum halten und meine Phantastereien schlichtweg  ignorieren. Vielleicht kann er auch darüber schmunzeln, freut sich . . .
vom 09. September 2013  Es war im Frühsommer als die kräuterliebende Hausfrau ihre „Sammlung“ von mehr  oder weniger duftenden oder riechenden Würzpflanzen bereicherte. Unter anderen  war auch ein Busch Pfefferminze dabei und der hat es jetzt im Spätsommer und  frühem Herbst in sich. Zunächst wurde manches Gericht oder Salat mit Minzblättern  gewürzt, was den Speisen einen gewissen Pep verlieh und sie noch schmackhafter  machte. Jetzt, da die Tage kürzer werden, blüht die Pfefferminze noch recht üppig und lockt  ganze Scharen von fliegenden Insekten an. Da schwirren kleine geflügelte Tierchen  um die Blüten und kaum, das sie sitzen kommen Fliegen aller Art, Einsiedlerbienen,  Wespen, Honigbienen und naschen am Pfefferminzbusch. Obwohl ich Pfefferminze schon lange kenne, die im 2. Weltkrieg von Schulklassen,  neben anderen Heilkräutern, gesammelt werden mussten, wusste ich nicht, dass sie auch Insekten anlocken. Wir mussten Pfefferminztee  trinken, frei nach dem Spruch der Oma: „Pefferminztee iss gut geesche  Bauchelscheweh“. Übersetzt heißt dies: „Pfefferminztee hilft gegen Leibschmerzen“  Allerdings musste er meist ungesüßt getrunken werden, da im Krieg der Zucker  mehr als knapp war. Der Pfefferminzbusch im Topf wird uns aber weiter erhalten bleiben, denn er hat jede  Menge Ausläufer getrieben von denen ich zwei in den Garten gepflanzt habe und die  schon kleine Blättchen haben. Jetzt hoffe ich, dass er den Winter übersteht und die  Hausfrau mit selbstgezogener Minze überrascht werden kann . . .
vvom 29. Juli 2014  Der hohe Sommer meint es in diesen Tagen mehr als gut mit uns. Temperaturen und  über die 30 Grad und mehr signalisieren Schwimmbadwetter. Das neue Bad ist  inzwischen bekannt und die Zahlen der Badegäste sprechen eine deutliche  Sprache. So weit, so gut! Doch es gibt noch einen Ort in dem sich in den vergangenen Jahren Familien mit  Kleinkindern und etwas älter gern aufgehalten haben. Gemeint ist der Spielpark  Tannenwald mit seinen mehr als beliebten Wasserspielen. Seit Monaten ist es still um sie geworden. Schon im Frühjahr erklärte die Stadt  Frankfurt auf deren Territorium der Spielpark zu finden ist, dass sie wegen Defekten  geschlossen werden müssen. Gesagt, getan! Oskar, der öfter den Parallelweg mit der Friedensallee mit seinem Hund „Fritz“ geht,  registrierte zunächst immer weniger Besucher und vermisste das lustvolle Schreien  der Kinder, die früher die Wasserplatte mit ihren Fontänen bevölkerten. Jetzt in den  Ferien und dem entsprechenden Wetter fällt die Stille auf. Nur wenige Kinder und  Erwachsene sind zu sehen und die Stille hat etwas Unwirkliches. Eine Gruppe von Kindern und Erwachsenen die sich auf einen Urlaubstag im  Spielpark Tannenwald gefreut hatte und angeradelt kam, stellte enttäuscht fest, dass  die Wasserspiele versiegt sind. Nur ein dünner Wasserschlauch mit einem  Sprühkopf soll für Kühlung sorgen. Eine junge Frau, beschloss dann für alle:  „Machen wir’s kurz und fahren in das neue Schwimmbad, das soll sehr schön  geworden sein.“ Mit einem letzten Blick auf die trockene Wasserplatte schwangen  sie sich in den Sattel und ab ging’s ins Schwimmbad. Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen. Doch noch eines. Die Stadt Frankfurt baut mit  großem finanziellem Aufwand die Straßenbahnlinie von und nach Frankfurt um und  aus, lässt den Kreisel an der Endstation verschwinden und einiges mehr. Klar, dass  dann für einen Kinderspielpark nichts mehr übrig ist. „Sag mir wo die Kinder  bleiben“, fragt sich da . . .
vom 10. November 2013  Bereits am Abend kündigte, die zur Zeit nicht ganz gesunde Gattin an: „Du musst  morgen früh in den Supermarkt und einkaufen.“ Oskar war nicht gerade begeistert,  da er wusste, was ihm blüht. Nach dem Kaffeetrinken bekam er einen Zettel  vorgelegt und den „Befehl“: „Das sind die Sachen, die du holen musst!“ Das fast leere Portemonnaie wurde aufgefüllt, der Zettel eingepackt, Korb und  Tasche – noch leer – im Kofferraum verstaut, in dem noch einige Kisten mit  Büchern, die Oskar weiter geben will ein ruhiges Dasein fristeten. Der große Parkplatz war locker besetzt, überall Lücken, so dass Oskar keine Mühe  hatte, sein Gefährt unter zu bringen. Als er vor den Einkaufswagen stand und in seinen Taschen kramte, merkte er, dass  er den üblichen Chip vergessen hatte. Zurück und nach gesehen. Von einem Chip  keine Spur. Oskar dachte nach und überlegte, ob er den Chip beim letzten Einkauf  eventuell in das Portemonnaie gesteckt hatte. Die Nachschau rentierte sich: Der  Chip fühlte sich mitten im Kleingeld wohl. Jetzt flugs ein Einkaufswagen geholt und ab ging es in den Markt. Beim obligatorischen Suchen der einzelnen Artikel fiel Oskar auf, dass die Kunden,  die suchend durch die Gänge schlenderten ein richtiges Montagsgesicht aufgesetzt  hatten. Keiner lächelte, ein Ehepaar(?) war sich nicht im Klaren, ob sie das  Sonderangebot kaufen sollten oder nicht. Eine ältere Frau schimpfte vor sich hin: „Jetzt suche ich schon eine ganze Zeit und  finde nicht das was ich haben will.“ Ich konnte es ihr nach fühlen, da es mir ebenso  ging. Auf jeden Fall hatte Oskar das Gefühl, dass fast alle Kunden mit dem linken Fuß aus  dem Bett geklettert waren. Doch dann stahl sich bei dem einen oder anderen ein  Lächeln ins Gesicht. Zwei Halbwüchsige hatten einen Einkaufskorb in dem der eine  saß und der andere ein Rennen zwischen den Gängen probierte. Als es nicht  klappte, gaben sie auf und verabredeten, das Rennen draußen auf dem Parkplatz  fort zu setzen: „Du weißt ja, dass ich immer den Wagen in die „Garage“ fahre und  dafür die Hälfte des Euro bekomme“, meldete einer der Jungens seinen Anspruch  an. Danach verlor ich das Duo aus den Augen und erinnerte mich an meine Jugend im  2. Weltkrieg, als es keinen Supermarkt gab, das Tante-Emma-Lädchen um die Ecke  die Marke für 125 Gramm Butter von der Lebensmittelkarte abschnitt mit der wir eine  Woche auskommen mussten. Gab es dann ein Butterbrot, war Feiertag . . .
vom 01. Juli 2012  In den letzten Tagen hat die auf Ordnung bedachte Hausfrau mal wieder  angemahnt: „Du könntest doch endlich einmal dein ,Büro’ aufräumen. Das sieht aus  wie bei Hempels unter dem Sofa!“ Schuldbewusst gab ich keine Antwort, sonst hätte ich versprechen müssen, dass ich  in den nächsten Tagen einige unproduktive Stunden im kleinsten Raum der  Wohnung zubringen würde. Dabei hatte ich noch einige Dinge zu erledigen. Zum  Beispiel diese Kolumne zu schreiben, die ich in den letzten Wochen sträflich  vernachlässigt habe. Es kam halt vieles was man nicht braucht zusammen und ich  merkte mit Entsetzen, dass mir die Zeit immer schneller entflieht. Inzwischen habe  ich einigermaßen gelernt, sie besser einzuteilen und nicht drei Dinge auf einmal tun  zu wollen. Jetzt gibt es noch immer dies und das zu erledigen. Doch inzwischen schalte ich das  Oberstübchen ein und versuche verschiedene Dinge, die ich auf einem Weg  erledigen kann zu koordinieren. Und siehe da: Es klappt bis jetzt zu mindestens  fünfzig Prozent und das ist schon etwas. Dabei huldige ich dem Grundsatz „Eile mit  Weile“, aber auch dem „Es gibt viel zu tun, lassen wir’s liegen“.  Das „Büro“ sah inzwischen schon etwas aufgeräumter aus, doch schon hat sich  wieder einiges angesammelt. Ich verspreche, dass ich es in den nächsten Tagen  (Wochen) wieder in Ordnung bringen werde und auch den „Oskar“ wieder mit Leben  zu erfüllen . . .
vom 09. September 2013  Vor einigen Tagen entdeckte ich am Blumenladen vor dem Alten Friedhof auf einem  kleinen Tisch Bücher aller Art. Auf Nachfrage erklärte mir die freundliche  Blumenfrau, „dass Kunden die ihren Buchbestand reduzieren wollen, die Bücher  vorbei bringen und die gegen eine kleine Spende in die Kaffeekasse ausgesucht  und mit genommen werden können“. Ein kleines Büchlein, das wenig Beachtung  fand erregte meine Aufmerksamkeit. Es war in Leinen gebunden und auch sonst  handwerklich sehr gut gemacht. Der Titel „Aus dem Leben eines Taugenichts“ und  der Autor Joseph von Eichendorff (*1788 – †1857) ließen mich zugreifen und für  einen Obolus gehörte das Buch mir. Sein Inhalt in Kurzform: Ein fauler Müllersohn, den sein Vater aufforderte hinaus in  die Welt zu gehen und sich sein Brot selbst zu erwerben, nahm die Aufforderung  wörtlich. Er nahm seine Geige und bekam vom Vater noch „einige Groschen“ und  machte sich auf die Welt zu entdecken. Er sang und spielte auf seinem Instrument,  lernte Menschen kenne, verliebte sich in eine „wunderschöne Frau“, der er ein  kurzes Gedicht widmete. „Wohin ich geh’ und schaue, in Feld und Wald und Tal, vom  Berg ins Himmelsblaue, vielschöne gnädge Fraue, grüß ich dich tausendmal.“ Es gab ein happy end und aus dem „Taugenichts“, der sich sein Brot unterwegs mit  Geigenspiel verdiente wurde ein Ehemann, der mit seiner Frau voller Glück seine  Schritte nach Italien lenkte, und dort ein gemeinsames Glück fand. Eine romantische Geschichte, aber sie faszinierte mich durch die lebhafte  Schilderung des „Taugenichts“, der sein Leben selbst in die Hand genommen hat  und das Beste daraus machte . . .
vom 06. Mai 2014  . . . so beginnt ein Lied aus der guten, alten Zeit, das die Schönheiten des Waldes  poetisch besingt. Doch inzwischen hat sich viel geändert. Der Wald ist inzwischen  für heutige Zeitgenossen der Platz für allen möglichen Hausmüll und anderen Unrat  geworden. Da steht, um einige Beispiele zu nennen, ein Fahrrad ohne Räder, nur noch  Rahmen und Lenkstange. Fünf Schritte weiter, hat ein Mensch seine Wohnung  renoviert und den Weißbinderdreck sowie die Tapetenreste unter einer lichten Hecke  „entsorgt“. Dann kommt ein Papierkorb, der vom Ständer gerissen wurde und  dessen nicht gerade appetitlicher Inhalt wahllos über die Zu- und Abfahrtsstraße  verteilt wurde. Die Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden. Doch nicht nur Abfall wird im Wald deponiert. Am Luderbach steht ein Auto auf dem  Waldweg, ein fürsorglicher Autobesitzer holt sich mit einem Eimer Wasser aus dem  Bach und mit einem Zusatz versehen putzt er seine Karosse. Das verschmutzte Wasser wird einfach neben den Weg geschüttet. So einfach ist es  mit dem schönen Wald. Nur wie lange noch, fragt sich . . .
vom 21. Februar 2015  Es ist einer jener Wintertage, die schon seit Monaten die Menschen in Stadt und  Land in die Depression treiben. Zwischen sechs und zehn Grad plus zeigt das  Thermometer an und auch das Barometer steht seit einigen Tagen auf Schönwetter. Mir geht es auf jeden Fall so. Da plagt mich Wochen lang ein Schnupfen und ich  muss immer wieder aufpassen, dass mich ein Tropfen aus der Nase nicht  überrascht und mir zeigt: „He, ich bin dein Schnupfen und ich fühle mich wohl bei  dir.“ Recht hat er. Doch ich gebe den Kampf nicht auf. Da er über die Medikamente aus  der Apotheke gelächelt hat und weiter für eine Triefnase sorgt, versuche ich ihn mit  viel frischer Luft und langen Spaziergängen mit meinem Freund „Fritzi“ zu überlisten.  Es hat einige Tage gedauert und jetzt gibt er langsam auf. Die liebe Hausfrau ist ihm in der gleichen Zeit mit Tee auf den Leib gerückt – und  siehe da: „Der Schnupfen hat kapituliert und zieht sich immer mehr zurück.“ Die Moral von der Geschicht’, verzage selbst bei einem hartnäckigen Schnupfen  nicht. Darüber freut sich jetzt der fast schnupfenfreie . . .
vom 16. Januar 2014  Das alte Wort vom Winter der ein harter Gesell und kernfest auf die Dauer ist, haben  wir in diesen Monaten nicht gespürt. Eigentlich sollte er Eis und Schnee herum  streuen. Doch da tat sich nichts. Das Thermometer fiel kaum einmal unter Null. Sonst zeigte es meist Plusgrade z. T.  im zweistelligen Bereich an. Im Garten hat eine uralte Rose einen Platz und füllt seit Jahresbeginn langsam und  bedächtig einen Zweig mit Blütenknospen, die sich jetzt eine nach der anderen  entfalten. Oskar beobachtet dauernd den Fortschritt und freut sich diebisch über die  „Winterrose“, die zum erstenmal seit er sie kennt im Januar blüht. Dabei weiß er,  dass eine Frostnacht die ganze Herrlichkeit zunichte machen kann. Was ihm jetzt bei einem Spaziergang mit Freund „Fritzi“ im Frankfurter Wald auffiel:  Einige Laubbäume waren in den frostfreien Tagen der Motorsäge zum Opfer  gefallen. Die meisten von ihnen waren hohl und wirkten nur noch durch das äußere  Holz standfest. Ein Teil der Bäume hatte aber noch grüne Zweige – und jetzt  kommt’s: An den Zweigen hatten sich inzwischen grüne Sprossen gebildet, die, so  schien es, auf den Frühling warteten, um sich als frisch grüne Blätter zu  präsentieren. Da haben Menschen, Pflanzen und Bäume eines gemeinsam: Ein warmer Winter  kann uns gestohlen bleiben meint . . .