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Zeitzeugenberichte

Als mein Freund sterben mußte
von Günter Salzmann

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Zeitzeuge Günter Salzmann, Jahrgang 1928, Neu-Isenburger, war als Luftwaffenhelfer in einer der in der Ostgemarkung liegenden Flakstellungen eingesetzt. Eine von vielen Flak- oder Scheinwerferstellungen zum Schutze der Großstadt Frankfurt und des damaligen Rhein-Main-Flughafens vor feindlichen Bombenangriffen. Als Junge musste er erleben, wie eine Bombe in eine benachbarte Flakstellung einschlug, eine Stätte der Verwüstung und eine ganze Reihe toter Freunde und russischer Hilfskräfte hinterließ.

29. Januar 1944. Es ist ein kalter, unfreundlicher Vormittag. Tief liegen die Wolken über unserer Flakbatterie im Osten Neu-Isenburgs. Wir Luftwaffenhelfer warten auf den Lehrkörper der Goetheschule, der an diesem Tag unser Wissen über Mathematik auf Hochglanz bringen soll. Neben mir sitzt mein Freund Klaus Johansen, der genau das wissen will, was ich auch nicht weiß. Lachen ist unsere Antwort.
Und dann kommt alles anders. Gefechtsbereitschaft wird ausgerufen. Wir stürmen aus unserer Baracke an die Geschützstände. Im Anflug auf das Rhein-Main-Gebiet sind über 700 Kampfflugzeuge der amerikanischen Air Force. Gegen 11 Uhr erreichen die Verbände unseren Abschnitt. Tiefes Gedröhn der Flugzeugmotoren, mal lauter und mal leiser, erfüllt die Luft und strapaziert die Nerven. Ja, wir sehen die Gefahr greifbar vor uns. Gestützt auf die Daten unseres Funkmessgerätes schießen wir aus allen Rohren auf den nicht sichtbaren Gegner. Die Bomberpiloten geben ihre Antwort.

Wir hören Bombeneinschläge in Richtung Buchenbusch und dann schlagen die Bomben schon in unsere Stellung ein. Wir vom Geschütz „Dora“ hören starkes Zischen und werden von der Detonation einer in unmittelbarer Nähe einschlagenden Bombe an den Geschützwall geschleudert. Dann herrscht Stille. Grabesstille. Das Nachbargeschütz „Emil“ ist voll getroffen. Bei „Frieda“ schlägt die Bombe auf den Schutzwall.

Uns vom Nachbargeschütz „Dora“ stehen Angst und Entsetzen im Gesicht. Wir zittern in unseren schweißnassen Kleidern und wissen, dass wir noch einmal davon gekommen sind. Doch was ist mit „Emil“ und meinen Freund Klaus, mit dem ich noch vor einigen Minuten über Mathematik sprach? Das Geschütz liegt, aus seiner Verankerung gerissen, neben dem Wall und die Kanoniere, darunter mein Freund, sind alle tot. Von der Wucht der Explosion innerhalb weniger Sekunden zerrissen.
In diesen Minuten lernen wir jungen Luftwaffenhelfer das grausige Gesicht des Krieges kennen. Die Neu-Isenburger Bevölkerung gedenkt der Toten, als sie nach dem Angriff in Massen zur Flakbatterie kommt, um mit uns für die zu beten, die für mich auch heute noch unvergessen sind.

Bombenteppich über dem Buchenbusch
von Werner Krause

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Zeitzeuge Werner Krause, Jahrgang 1935, war Teilnehmer einer Veranstaltung des GHK und der ev.-ref. Gemeinde am Marktplatz am 20. Dezember 2003, unter dem Titel „Die Neu-Isenburger Schreckensnacht“. Sie erinnerte an den Bombenangriff am 20. Dezember 1943, als Neu-Isenburg zu über 40 Prozent zerstört wurde. Werner Krause erlebte sechs Wochen später einen weiteren Bombenangriff, über den er hier berichtet.

Wir hatten den schweren Luftangriff auf Neu-Isenburg am 20. Dezember 1943 überlebt. Unser Haus war unbewohnbar. Anfang des Jahres 1944 bekam mein Vater Sonderurlaub. Es war dies das letzte Mal dass ich meinen Vater sah. Er ist 1945 in Pommern gefallen. Aus allerlei zusammen gesuchtem Material wurde ein Schuppen gebaut, in dem wir einige unbeschädigt gebliebene Habseligkeiten abstellten.
Dann kam der 29. Januar 1944. Der Angriff war kurz aber heftig. Wir saßen im Lärchenweg im Keller. Ein Bombenteppich ging wie ein Hagelschauer über der Buchenbuschsiedlung und dem Wald in Richtung Sprendlingen nieder.

So nahe und in so schneller Folge der Einschläge hatten wir den Angriff im Dezember 1943 nicht empfunden. Nach dem Angriff gingen wir hinaus in den Garten. Die Luft war voller Staub, sodass man glauben konnte es sei Nebel. Und in diesem Staub schwirrten Bienen ziellos umher. Familie Marx hatte im Garten einige Bienenstöcke. Das erste was meine Mutter sagte, als ob es nichts Wichtigeres gäbe: „Frau Marx ihre Bienen!“

Als sich der Nebel gelichtet hatte, eilten wir zu unserem Grundstück im Ahornweg, um dort nachzusehen. Der Schuppen, den mein Vater und mein Onkel Anfang des Monats gebaut hatten, war verschwunden. Ein tiefer Krater war an seiner Stelle.
Ein paar Häuser weiter waren Nachbarn dabei vor dem Haus zu graben. Eine Bombe war außerhalb des Hauses neben der Kellerwand explodiert und hatte diese nach innen gedrückt. Zwei Frauen mit ihren Kindern und der Sohn der Hausbesitzer waren tot. Besonders tragisch war es, dass die Häuser der beiden Nachbarinnen, die mit ihren Kindern hier Zuflucht gesucht hatten, unbeschädigt geblieben waren.

Der Selbsterhaltungstrieb hatte uns damals gelehrt die Angst teilweise zu verdrängen und hatte uns gegenüber all dem Leid und Schrecken abgestumpft. Dennoch zählt das folgende Erlebnis für mich zu den traurigsten Erinnerungen an den Krieg:
Man war noch mit Aufräumarbeiten, nach der Bergung der Toten, beschäftigt. Plötzlich schien die Szene einzufrieren, als einer sagte: „Der Willy kommt!“. Wir starrten gebannt zum Ende der Straße und sahen unseren Friseur Willy Fischer. Wenn ich heute versuche ich mich in diesen Mann zu versetzen, bin ich immer wieder erschüttert. Er kommt in seine Straße, sieht dass am Nachbarhaus etwas passiert ist aber sein Haus ist unbeschädigt geblieben. Gott Lob, seiner Familie ist nichts geschehen. Er kommt näher und einer hat den Mut ihm zu sagen, dass er Frau und Tochter verloren hat. Und dann sehe ich wie dieser Mann an der Schulter meiner Mutter weint und immer nur sagt: „Gretel, das tut ja so weh, das tut ja so weh!“

Alarm nach Mitternacht
von Heinz Schickedanz

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Zeitzeuge Heinz Schickedanz, Jahrgang 1931, kennt die Schrecken des zweiten Weltkrieges. Besonders die der Bombenangriffe auf seine Heimatstadt Neu-Isenburg. Er erlebte viel Leidvolles, aber ab und zu gab es auch Episoden, die einer gewissen Komik nicht entbehrten.

Das kärgliche Abendessen war verzehrt. Aus dem Volksempfänger, den mein Vater kurz vor seiner Einberufung zur Wehrmacht im Dezember 1939 für 35 Reichsmark gekauft hatte, gab es die üblichen Siegesmeldungen und Durchhalteparolen. 1944 zogen sie nicht mehr. Die Menschen standen unter dem Schock der Bombenangriffe und versuchten nur noch zu überleben, was nicht immer leicht fiel.

Was die Erwachsenen besonders nervte und mürbe machten, waren die immer wieder aufheulenden Sirenen, die keinen geordneten Tagesablauf mehr zuließen. Wir Jungens sahen es anders. Voralarm am Vormittag bedeutete keine oder kaum Schule. Abends oder nachts ignorierte ich den Voralarm und stellte mich schlafend. So war es auch irgendwann im Februar 1944. Kurz nach Mitternacht heulten die Sirenen. Ich rührte mich nicht. Meine Mutter sprang aus dem Bett und zog sich flugs an. Zum Schutz gegen die Nachtkälte trug sie bei Fliegeralarm eine Trainingshose meines Vaters. Aus halb geschlossenen Augen sah ich wie sie immer wieder an der etwas weiten Hose „herum wurschtelte“ und versuchte ihre Kleidungsstücke unterzubringen.

Als es plötzlich Vollalarm gab, machte sie einen Schritt nach vorne und riss den gesamten Fenstervorhang herunter. Als ich trotz erster platzender Flakgranaten laut zu lachen begann, hielt sie einen Augenblick inne und lachte dann mit. Was war geschehen? Sie hatte in der Eile des Anziehens den lang herunter hängenden Vorhang erwischt, ihn mit in die Trainingshose gesteckt und damit den „Lacherfolg“ heraufbeschworen.

Der Alarm ging diesmal folgenlos vorüber. Nach einer guten Stunde im Luftschutzkeller, wo Mutter ihr „Pech“ schilderte und alle schmunzelten oder hellauf lachten und für einen kurzen Augenblick die Gefahr in der wir immer schwebten vergaßen, ging es wieder in die Wohnung, wo wir bis zum Wecken durchschliefen.

Frau Musicas Geschichte
von Hans Pfaff

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Vortrag von Hans Pfaff am 21.09.2003 anlässlich unserer Veranstaltung im Kirchgarten am Marktplatz.

Wir sind heute bei der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde am Marktplatz zu Gast. Lassen Sie mich deshalb mit der Musikgeschichte dieser Gemeinde beginnen. Sie ist teils erfreulich, teils tragisch, teils erhaben, teils deprimierend. Ich bemühe dazu meine Erinnerung und einige Quellen.

Bereits im Jahre 1812 wurde uns vom Vorhandensein einer Orgel berichtet. Das ist umso erstaunlicher, da wir wissen, dass diese Gemeinde alles andere als vermögend war. Gut fünfzig Jahre später, 1877, kaufte man bei Vogt aus Igstadt eine 13-registrige Orgel für 3.600 Mark. Gemessen an heutigen Verhältnissen entspräche das einem Anschaffungspreis von ca. 100.000 €. Es wird daraus ersichtlich, was den relativ armen Leuten das Lob Gottes wert war. 1909 wurde dann von der Firma Walcker eine Orgel mit 40 Registern auf 3 Manualen und Pedal in der erheblich erweiterten Kirche aufgestellt, die zwischen Frankfurt und Darmstadt größte Orgel. Die Initiatoren waren der damalige Pfarrer Illert und ein Lehrer Wolf, damals bekannt als erstrangiger Bachinterpret. Das Instrument hatte leider eintraurige Schicksal:

1942 erlitt es erheblichen Schaden durch Brandbomben, konnte aber im gleichen Jahr repariert und um 7 Register auf einer Seitenpore erweitert werden und bekam zusätzlich einen 4-manualigen Zentralspieltisch. Die Freude währte nur bis zum 21.12.1943. Beim damaligen Bombenangriff kam es zum Totalverlust von Kirche und Orgel. Der Organist, Herr Chambert, stand laut weinend vor den Trümmern seiner Wirkungsstätte. 1953 erstellte die Firma Walcker ein kleines Serieninstrument als Übergangslösung. Inzwischen stehen beachtliche Orgeln in anderen Neu-Isenburger Kirchen: eine Orgel von Jürgen Arendt in der Johannesgemeinde, von Dieter Nöske in der Buchenbuschgemeinde, von Hugo Mayer in St. Josef. Die Vorgängerorgeln in St. Josef waren eine kleine Orgel von Hoforgelbauer Keller aus Limburg (1877), gefolgt von einem sehr starken Verschleiß ausgesetztem Instrument der Firma Wagenbach (ca.1960). Die Marktplatzgemeinde sitzt noch immer auf ihrer Übergangslösung.

Natürlich gab es schon sehr früh einen Kirchenchor. Über seine älteste Geschichte liegen mir keine Informationen vor. Im späten 19. Jahrhundert formiert sich der Kirchenchor auf Vereinsbasis. Eine liturgische Funktion hatte er im Gottesdienst der reformierten Gemeinde nicht. Sein Repertoire beschränkte sich auf Kirchenliedbearbeitungen, Psalmvertonungen und gängige Hits wie „Himmelrühmen“ von Beethoven, „Heilig, heilig“ von Franz Schubert, „Dies ist der Tag des Herrn“ von Silcher und ähnliche romantisch orientierte Stücke. Drei Leiter möchte ich Ihnen nennen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert den Chor geleitet haben: Heinrich Leichter, der bereits erwähnte Herr Chambert und Heinrich Klenk. – Eine stilistische Wende trat ein, als Ende der 40er Jahre Kantor Emanuel Lenz die kirchenmusikalische Arbeit übernahm. Bachchoräle wurden gesungen, Sätze von Schütz, Schein und Scheidt und ähnliches. Der Chor wuchs und nannte sich evangelische Singakademie. Ziel war das große klassische Kirchenmusikrepertoire.

Ermutigt durch kapitalkräftige Sponsoren vollzogen dann Chor und Chorleiter die Trennung von der Kirchengemeinde. Wer konnte bei den freundlich wirkenden Ressourcen schon widerstehen? Für den Kirchendienst blieb nur ein schwaches Häuflein übrig. Dem so entstandenen Singakademie e.V. blieb aber auch keine allzu lange Lebensdauer. Immerhin, man sang Bachkantaten, da Weihnachtsoratorium, Die Schöpfung, die Jahreszeiten. Trotz aller Querelen – Emanuel Lenz bleibt ein Meilenstein in der Isenburger Musikgeschichte ebenso wie der für mich und viele unvergessene Heinrich Leichter, dessen Leistung ich später würdigen möchte.

In der katholischen Kirche bestand seit 1881 der Cäcilien- und Männerverein, Vorläufer des heute gemischten Chores St. Cäcilia. In der Nachkriegszeit wurde er geleitet von Heinirch Höhner, Musikdirektor, Bäckersohn aus Bad Vilbel, der auch vorübergehend Musiklehrer am alten Goethegymnasium war und dort mit großer Hingabe einen Schulchor gründete und leitete, von uns Schülern liebevoll „Chorschorsch“ genannt.

Das gesellschaftliche Leben in Neu-Isenburg des 19. Jahrhundert wurde ganz wesentlich durch die Vereine geprägt. Der älteste Verein war ein Gesangverein, der Singverein von 1832. Weitere Gesangvereine folgten: 1834 Frohsinn, 1862 – Kümmelquartett und Eintracht, 1904 – Sängerkranz. 1912 nochmals Eintracht, 1921 erfolgte die Vereinigung von Sängergruß und Kümmelquartett. Der Gesang rangiert bis zur Jahrhundertwende vor dem Sport. „Stadt der 1000 Sänger“ nannte der Frankfurter Oberbürgermeister Walter Kolb Neu-Isenburg in einem Festvortrag anlässlich des 250jährigen Jubiläums der Stadt. Einige der Vereine wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts politisch instrumentalisiert, was nicht zu einem gedeihlichen Miteinander beitrug.

Aus Neu-Isenburg stammen namhafte Gesangssolisten von internationalem Rang: Franz Völker, Anny Schlemm, Wilhelm Lang. Von Franz Völker erzählt man, dass er in jungen Jahren einmal mit einigen Kameraden heimlich das Klavier der Neu-Isenburger Pianistin Frau Röhl, genannt „Tante Röhl“, auf den „Eierhüwwel“ im Stadtwald transportiert hat, um dort einrauschendes Fest zu feiern.

Einige Worte zu den Instrumentalensembles der Vergangenheit in Neu-Isenburg. Die Gegenwart möchte und kann ich nicht bewerten. Da steht an erster Stelle der „Philharmonische Verein“, der auf Initiative von Heinrich Leichter 1912 gegründet wurde. Herr Leichter war Orchestergeiger aus der Schule von Professor Bassermann, aus der auch Paul Hindemith hervorging. Er scharte Verwandte, Bekannte, Kollegen, Schüler um sich und gründete ein kleines Sinfonieorchester von beachtlichem Niveau in enger Zusammenarbeit mit Kirchenchor. Man spielte Symphonien und Ouvertüren von Hydn, Beethoven, Mozart, Schubert, Rossini, Weber, Strauß, Lehár u.a. Gleichzeitig etwa formierte sich die Feuerwehrkapelle, ein Blasorchester, unter der Leitung des großherzoglichen Militärkapellmeisters Mathias Weber. Eine ganz Reihe der Bläser wirkte mit großer Freude im „Philharmonischen Verein“ bei Heinrich Leichter mit, eine äußerst fruchtbare Symbiose. Durch seinen Kontakt zu den Familien seiner Schüler organisierte Heinrich Leichter zahlreiche Kammer- und Hauskonzerte in Neu-Isenburg. Eine große Schülerzahl ist durch seine „Hände“ gegangen. Mein Vater war auch dabei.

Emanuel Lenz hat nach dem 2. Weltkrieg versucht, das Leichter`sche Erbe weiterzuführen. Die Bindung des Philharmonischen Vereins an die Intentionen der musikalischen und der kirchenmusikalischen Erneuerungsbewegung mit dem Schwerpunkt Barockmusik ist ihm leider nicht gelungen. Sie scheiterte letztlich an der Unbeweglichkeit der alten Vereinsmitglieder. Nachwuchs blieb aus. Vergebliche Rettungsversuche (leider in die falsche Richtung) machten Heinrich von Stein und Kapellmeister Hans Müller. Dann ging dieses einst so blühende Gewächs ein, übrigens ebenso die Feuerwehrkapelle. Zu erwähnen wäre noch der Mandolinen verein „Spessartfreunde“ von 1923.

Wenden wir uns abschließend noch einigen Kleinaktivitäten zu, die zur Gründung verschiedener Tanz- und Unterhaltungskapellen führten, deren Existenz aber weniger eine ideellen als einen merkantilen Hintergrund hatte. Die erste Kapelle dieser Art wurde 1884 gegründet und bestand aus 7 Mann in abenteuerlicher Besetzung: 2 Geigen, 2 Trompeten, 1 Flöte, 1 Klarinette, ein 3-seitiger Schrammelbass. Kapellen dieser Art spielten nach dem ersten Weltkrieg beim Stummfilm. Abenteuerliche Besetzungen hatten auch die nach dem zweiten Weltkrieg gegründeten Ensembles: die Kapellen von Hans und Karl Delrieux, Wilhelm Schickedanz und Franz Ackermann, der auch eine kleine Jugendband beim GYA gründete und leitete. Wirkungsstätten dieser Musikanten waren: Frankfurter Haus, Deutsches Haus, Café Wilcke-Wessinger, Café Marck, Gaststätte Grävenecker, Turnverein, Turngemeinde und Rhein-Main. Gespielt wurde zur Unterhaltung, bei Tanzveranstaltungen und sogenannten „akademischen Feiern“ anlässlich irgendwelcher Jubiläen. Das waren teils recht einträgliche Nebenjobs, von denen ich als Student auch profitieren konnte.

Quellennachweis: Karl Passet, Neu-Isenburg in alten Bildern (S.54); Heidi Fogel, Neu-Isenburg auf dem Weg vom Dorf zur Stadt (S.227 ff)