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06.05.17
Wetterau
 

Fruchtfliegen
vom 03. Oktober 2014

Sie kamen in Schwärmen und überfielen die mit leckeren Sommerfrüchten gefüllte Obstschale auf der Ablage des Küchenschrankes. Die Hausfrau, die mit allem was da durch ihre Küche kreucht und fleucht nichts am Hute hat, war sprachlos. Ein Zustand, den ich in über 50jähriger Ehe nie geschafft habe. Auf jeden Fall musste das Obst und andere Speisen, die zum Abkühlen hin gestellt wurden, in Sicherheit gebracht werden. In den Kühlschrank, in den Keller und unter Gazehauben. Doch die Fliegen hatten eine mehr als „feine Nase“ und fanden die geringste Lücke oder Spalte und tummelten sich weiter an unserem Obst. Guter Rat war teuer. Was tun gegen die unwillkommenen Gäste. Doch wenn die Not am größten ist, ist Hilfe am nächsten. Bei einem Spaziergang mit meinen Hund traf ich eine Bekannte, die ebenfalls ihren „Leo“ ausführte.
Als ich ihr unser Leid klagte, hatte sie ein „Rezept“ zur Dezimierung der Fruchtfliegen bereit. Sie empfahl Obstessig mit einem Schuss Gechirrwaschmittel in einer flachen Schale zu verrühren. Keine Nahrungsmittel die Fruchtfliegen anziehen, in der Nähe auf zu bewahren. Gesagt, getan! Die Schale stand. Die Fliegen umkreisten den Schrank, doch der Erfolg blieb aus. Sie waren noch in ihrem „Revier“. Dann aber lockte der Duft des „Gebräus“ in der Schale die ersten an. Sie ließen sich am Rande nieder und das war ihr verderben. Sie rutschten am glatten Glas herunter und konnten sich aus der Flüssigkeit nicht mehr befreien. Nach einigen Stunden waren schon einige abgetaucht und am nächsten Morgen war eine ganze Menge der „Viecher“, wie sie die Hausfrau titulierte, aus dem Verkehr gezogen. Sie konnten uns nicht mehr tyrannisieren.
Inzwischen gehört die Wohnung wieder uns. Die Fruchtfliegen haben sich verzogen und die Küchenchefin atmete auf: „Endlich kann man mal wieder etwas hinstellen, ohne dass die Fliegen darauf landen.“  Kaum hatte sie es gesagt, brummte eine Wespe um sie herum, die auch nicht gerade ihre Freundin ist.
Doch wer rettete sie: Natürlich ich. Die Wespe flog an der Fensterscheibe auf und ab. Als ich ihr den Finger hin hielt und sie sich darauf setzte, bekam ich keinen Dank, sondern die Drohung; „Wenn sie dich sticht, bist du selbst schuld. Wer lässt schon eine Wespe an seinem Finger herumkrabbeln?“

Als ich ruhig blieb und die Wespe aus dem Fenster in die Freiheit entließ, meinte sie lakonisch das war wieder einmal typisch . . .