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GHK Sternwarte
Lesen Sie hier Oscar's Geschichten

Geschichte kinderleicht und unterhaltsam erzählt


06.05.17
Wetterau
 

Hallo, kleine Geschichtsfans!

Wer sich für Geschichte interessiert ist immer auch ein Schatzsucher. Schätze findest du zum Beispiel im Museum, auf Dachböden oder in Kellern... Aber auch auf diesen Seiten kannst du ein paar Schätze finden...
Neugierig geworden? Dann starte hier deine Schatzsuche:


1699 :: Gründung Neu-Isenburgs
In acht Kriegen kämpften in Frankreich zwischen 1562 und 1598 Katholiken und Protestanten (Hugenotten) gegeneinander. Der französische Krieg bestimmte, dass alle seine Untertanen katholisch sein müßten. Ludwig der Vierzehnte verbot den Hugenotten in die Kirche zu gehen, zu heiraten und er schloss ihre Schulen, um ihnen so den katholischen Glauben aufzuzwingen. Wer sich widersetzte wurde ins Gefängnis geworfen oder getötet. Das war der Grund, weshalb viele Hugenotten aus Frankreich flüchteten. Einige gelangten so nach Neu-Isenburg, wo sie dank der Erlaubnis des Grafen Johann Philipp von Ysenburg-Büdingen eine Siedlung gründeten.
 
1777 :: Die deutsche Schule wird eröffnet
Das „welsche“ Dorf, wie Neu-Isenburg von seinen Nachbarn genannt wurde, war Mitte des 18. Jahrhunuderts ein armes Dorf. Die Einwohner von Neu-Isenburg ernährten sich immer mehr vom Lohn für Handwerksarbeiten, vor allem der Strumpfwirkerei. Es kam häufig zu Streitereien zwischen den französisch sprechenden Hugenotten und den Deutschen, in welcher Sprache in der Kirche gepredit werden solle. Auch in der Schule wurde zunächst nur französisch gesprochen. Erst 1777 wurde eine deutschsprachige Schule eröffnet.
 
1889 :: Die Waldbahn verbindet Neu-Isenburg mit Frankfurt
Die erste Straßenbahn fuhr 1880 in Potsdam bei Berlin. Zunächst zogen Pferde die Tram, doch schon bald löste der Dampfantrieb die Pferdestärken ab. Die Frankfurter Waldbahn befuhr vom 4. Februar 1889 an die Strecke von Neu-Isenburg nach Frankfurt-Sachsenhausen/-Lokalbahnhof. Waldbahngleise führten von dort aus auch nach Niederrad und Schwanheim. Im Jahr 1929 wurde die Waldbahn-Strecke elektrifiziert, mit Strom betriebene Straßenbahnen fahren noch heute auf ihr. Die alten Trambahnwagen sind übrigens im Verkehrsmuseum der Frankfurter Stadtwerke zu besichtigen.
 
1894 :: Neu-Isenburg wird Stadt
Mit einem großen Festakt feierte Neu-Isenburg am 21. August 1894 die Verleihung der Stadtrechte. Der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen besuchte aus diesem Anlass zum ersten Mal den Ort, der mit 6000 Einwohnern der größte im Kreis Offenbach geworden war. Neu-Isenburg war von der armen Hugenottengemeinde zu einem aufstrebenden Industrie- und Handelsort geworden. Insbesondere das Handwerk der Hasenhaarschneider, Möbelschreinerei und Lederverarbeitung waren hier verbreitet. Doch viele der Arbeiten waren gesundheitsschädlich, so erkrankten viele Hasenhaarschneider an den giftigen Quecksilberdämpfen in den Fabriken.
 
1898 :: Das erste Elektrizitätswerk im Kreis Offenbach
Ende des 19. Jahrhunderts fielen in der Stadt wichtige Entscheidungen an. Die Energie- und Wasserversorgung mußte sichergestellt werden. Lange wurde überlegt, ob Gas oder Strom die Energie der Zukunft sein sollte. Ende Dezember 1898 lieferte das Neu-Isenburger E-Werk als erstes im Kreis Offenbach Strom an Haushalte. Abends um 23 Uhr wurden die Generatoren abgeschaltet, nachts kam der Strom aus einer großen Batterie. Der Strom- und Wasserverbrauch stieg ständig. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Gasanschlüsse verlegt.
 
1926 :: Arbeitslos in Neu-Isenburg
Anfang der 20er Jahre wurde das Geld immer weniger wert. Ein Brot kostete bald viele Millionen Mark. Inflation wurde diese Geldentwertung genannt. Erst, als die Rentenmark eingeführt wurde, stoppte diese Entwicklung. In Neu-Isenburg waren damals viele hundert Menschen arbeitslos. Um ihnen zu helfen, beschloss die Gemeinde, die Arbeitslosen mit städtischen Bauprojekten zu beschäftigen. Eines davon war das Waldschimmbad, aber auch der Bau des Feuerwehrhauses fällt in diese Zeit.
 
1943 :: Als im Zweiten Weltkrieg die Bomben fielen
Am 10. November 1938 wurde das Heim des jüdischen Frauenbundes von Nazis in Brand gesteckt. Am Abend des 20. Dezember 1943 wurden bei einem Bombenangriff auf Neu-Isenburg 45 Menschen getötet. Die evangelische Kirche, Fabriken, viele Schulen wurden zerstört. 5000 Menschen verloren ihr Haus oder ihre Wohnung. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg mehrmals von Bomben angegriffen. Insgesamt 85 Menschen kamen dabei ums Leben. Etwa 500 Neu-Isenburger Männer kamen in diesem Krieg um. Am 26. März 1945 befreiten amerikanische Soldaten Neu-Isenburg. In den Jahren danach nahm die zerstörte Stadt viele Tausend Flüchtlinge und Kriegsheimkehrer auf.
 
1959 :: Von Zeppelinen und Düsenjets
Die Gemeinde Zeppelinheim wurde 1938 als Wohnort für die Beschäftigten des Luftschiffer-Flughafens gegründet. Ende der 50er Jahre war die Zeit der Luftschiffe längst vorbei. Der Frankfurter Flughafen war zu einem Lande- und Startplatz für mehr als eine Million Passagiere im Jahr geworden. Am 2. April 1559 landete in Frankfurt die erste Düsenmaschine. Inzwischen nutzen pro Jahr rund 50 Millionen Menschen den Flughafen, viele Neu-Isenburger arbeiten dort.
 
1977 :: Die GSG 9 kämpft gegen Terror
Ende der 70er Jahre wurde die Gemeinde Zeppelinheim eingemeindet. Gravenbruch entstand in den 60er Jahren als neuer Stadtteil. In Eröffnungsjahr der Hugenottenhalle suchte die Polizei fieberhaft nach Terroristen, die mehrere Menschen ermordet haben. Überall gab es Polizeikontrollen. Bekannt wurde eine Truppe der Bundespolizei, die GSG 9. Sie befreite in Afrika die Passagiere einer entführten Maschine. Diese „Super-Polizisten“ galten als Helden.
 
Neu-Isenburg heute
Heute leben in Neu-Isenburg und seinen beiden Stadtteilen Gravenbruch und Zeppelinheim etwa 36.000 Menschen. Nicht nur Deutsche wohnen in der Stadt, sondern auch Menschen aus 99 anderen Nationen. Viele davon sind aus ihrer Heimat vertrieben worden, so wie im 17. Jahrhundert die Hugenotten aus Frankreich.


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