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Bericht über die Studienfahrt des GHK am 1.7.2018 nach Isenburg: dort wo alles begann!

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Die Geschichte der Isenburger beginnt – urkundlich nachgewiesen 1093 im Westerwald. Denn im Jahr 1093 erscheint Rembold von Isenburch und 1095 Gerlach von Isenburg in mittelrheinischen Urkunden.

Bekanntlich führten die deutschen Geschlechter bis ins 11. und 12. Jahrhundert keine Familiennamen, sondern nannten sich lediglich nach ihren Vornamen. Erst zu Ende des 11. und zu Anfang des 12. Jahrhunderts ward es Sitte, dass sich, zunächst der hohe Adel, nach seinen Burgsitzen benannte.

Die Stammburg der Isenburger Herren war die Isenburg, etwa um 1100 im heutigen Landkreis Neuwied von den Brüdern Rembold und Gerlach errichtet. Am Zusammenfluss des Saynbachs und des Iserbachs, im romantischen Sayntal im Westerwald. Die Isenburger galten als eines der bedeutendsten, alteingesessenen Geschlechter des Hochadels. Der erste nachweisbar feste Wohnsitz des Geschlechts war ein Herrenhof in Rommersdorf, heute einem Stadtteil von Neuwied.

Zu den Ländereien der Isenburger gehörten u.a. Limburg, die Klostervogtei Fulda und die Grafschaft Wied. Die Lande galten auch als Nieder-Isenburg. Ludwig von Isenburg (gestorben 1304) kam über eine Heirat mit der Erbtochter von Büdingen in die südöstliche Wetterau (Ober-Isenburg). Durch verschiedene Heiraten und Teilungen entstanden dann u.a. die Linien Ysenburg-Büdingen, Isenburg-Birstein, Isenburg-Ronneburg, Isenburg-Offenbach.

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Isenburg im Jahr 1103 in einer Urkunde des Erzbischofs von Trier. Im Jahr 1625 war die Burg noch bewohnt. 1633 war sie von spanischen Truppen besetzt aber nicht zerstört worden. Mit dem Tod von Graf Ernst von Isenburg-Grenzau im Jahr 1664 ist die Linie Nieder-Isenburg ausgestorben. Aufgrund eines Erbstreits war die Isenburg anschließend dem Verfall preisgegeben. Die Burgruine gehört heute der Fürstin zu Wied in Neuwied. Seit 2005 bemüht sich der Förderverein Freunde der Isenburg e.V. gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Rheinland-Pfalz tatkräftig und erfolgreich um den Erhalt der Burg.

Mit dem Bau der Isenburg entstand auch die Gemeinde Isenburg, die 2003 ihr 900jähriges Jubiläum feierte. Gäste bei den Feierlichkeiten waren damals aus Neu-Isenburg der damalige Bürgermeister Oliver Quilling und der damalige Erste Stadtrat Herbert Hunkel.

Die Gemeinde Isenburg liegt landschaftlich äußerst reizvoll auf halber Strecke zwischen Bendorf am Rhein und Dierdorf im Sayntal. Von den Anhöhen hat man einen herrlichen Blick auf den historischen Ortskern. Wahrzeichen ist die in der Ortsmitte gelegene Isenburg.

Isenburg zählt 641 Einwohner, Herr Detlef Mohr ist ehrenamtlicher Ortsbürgermeister, zugleich Vorsitzender des zwölfköpfigen Gemeinderats. Neben der Isenburg lohnen die neugotische Katholische Pfarrkirche St. Katharina mit gotischem Chor aus dem 14. Jahrhundert und das Heimatmuseum im historischen Torhaus „Alte Porz“ und die „Schildpforte“, beides Relikte aus der Ortsbefestigung im 14. Jahrhundert, einen Besuch.

Das sehr anheimelnd eingerichtete Heimatmuseum befindet sich in zwei 7 und 13 m² großen Räumen in der Alten Porz. Dort ist die original Isenburger Nagelschmiede Glanzstück der Ausstellung. Isenburg war viele Jahrhunderte ein Dorf der Nagelschmiede. Nach intensiven Verhandlungen mit dem Landrat des Kreises Neuwied gelang es den Isenburgern, die letzte noch vorhandene Nagelschmiede aus dem Roentgen-Museum Neuwied wieder nach Isenburg zurück zu führen.
Nach 770 Stunden ehrenamtlicher Arbeit der Arbeitsgruppe „Rentnerband“ gelang es, völlig marode Innenräume zu sanieren, Putz- und Anstreicherarbeiten zu realisieren, Decken zu sanieren und Fußböden zu verlegen. Mit Glockenklang und Chorgesang und dem Segen des Pastors wurde das Heimatmuseum am 3. Oktober 2008 feierlich eröffnet.

Unser Besuch am 1. Juli 2018
Für die Fahrt gab es ein großes Interesse, 80 Anmeldungen landeten bei meiner Frau auf dem Schreibtisch, wir hatten aber nur Platz für 54.
Nach der Begrüßung durch den Ortsbürgermeister Detlef Mohr besuchten wir die Isenburg. Dort empfing uns der Heimat- und Verschönerungsverein sowie der Förderverein Freunde der Isenburg e.V. mit einem fürstlichen Frühstück und dem Isenburg-Lied. Die melodische Begrüßung erwiderte die GHK-Gruppe spontan mit dem Iseborjer Nationalsong „Auf ihr Wutze“ zur Erheiterung der Isenburger.

Zu unserer großen Freude waren auch Ehrengäste aus den fürstlichen Häusern Isenburg-Birstein und Neuwied anwesend: die Mutter von Alexander, Fürst von Isenburg in Birstein, Elisabeth Christine Fürstin von Isenburg und die Schwester von Alexander und Tochter der Fürstin Isenburg, Isabelle Fürstin zu Wied. Fürstin zu Wied hatte Köstlichkeiten aus der fürstlichen Wildschlachterei für das leckere Frühstück am Fuße der Isenburg spendiert. Nach einer sehr informativen Führung zur Isenburg besichtigten wir die sehenswerte Katholische Kirche St. Katharina und das wunderschöne, sehr liebevoll eingerichtete Heimatmuseum mit der Nagelschmiede.

In dem landschaftlich reizvoll an der Iser gelegenen Restaurant Fischerhütte verabschiedeten und bedankten wir uns für die äußerst herzliche Gastfreundschaft und luden die Isenburger zu einem Besuch nach Neu-Isenburg ein. Als Zeichen der Verbundenheit gab uns Bürgermeister Detlef Mohr eine Stadtfahne mit auf den Weg nach Neu-Isenburg. Diese wird ganz bestimmt beim Besuch der Isenburger in Neu-Isenburg am Rathaus gehisst.

Herbert Hunkel

 

Fotos: Alexander Jungmann

Broschüre über die ehemaligen Flakstellungen in Neu-Isenburg

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Flakstellung

Neu-Isenburg verfügt als Erbe des Zweiten Weltkrieges über Ruinen der ehemaligen Flakstellungen in der Ostgemarkung der Stadt. Sehr gut erhaltene Teile dieser Flakstellungen sollen als Mahnzeichen für die Schrecken des Krieges unter Denkmalschutz gestellt werden. Die mit sehr viel Recherchen verbundene Arbeit an der Broschüre dokumentiert den heutigen Zustand der Flakstellungen, berichtet über die dortigen Kriegsereignisse anhand von Augenzeugenberichten und lässt auch die Nachkriegsgeneration zu Wort kommen. Im Verlauf des Jahres 2018 wird diese Broschüre gedruckt und vom GHK veröffentlicht. Bereits am 26. Juli 2017 berichtete die Offenbach-Post unter der Überschrift „Steinerne Zeugen der Geschichte“ über die Vorbereitungsarbeiten zur GHK-Broschüre über die Flakstellungen. Den Zeitungsartikel finden Sie unter Anklicken der PDF-Datei.

Die Thematik der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg und die Verteidigung mit Flugzeugabwehrkanonen (Flak) ist derzeit durch Funde von Bombenblindgängern besonders aktuell. Im Raum Frankfurt am Main vermutet man noch ca. 2000 Blindgänger und in ganz Deutschland ca. 100.000 Blindgänger. Bei starkem Flak-Beschuss wurden die Bomben zur Ballast-Entledigung schnell abgeworfen, um rasch wieder Flughöhe zu erreichen und aus den Flak-Splittern zu entkommen. Ohne die Flak-Abwehr hätte es vermutlich noch viel mehr Opfer unter der Zivilbevölkerung gegeben. Die im Jahr 2017 entschärfte Luftmine (blockbuster) in der Nähe der Frankfurter Universität hätte auch 72 Jahre nach Kriegsende noch schwerste Zerstörungen bewirken und viele Tote fordern können. Um bei einer möglichen unerwarteten Explosion keine Verletzen und Tote beklagen zu müssen, wurden 65.000 Menschen vor und während der gefährlichen Entschärfung für viele Stunden evakuiert. (fst)